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Steyr-Motors-Chef Aschaber: "Wir sind in mehreren Antriebs-Welten zuhause"

STEYR. Mit Entwicklung aus Steyr kommen Güterzüge ohne Verschublok zum Ziel.

Steyr-Motors-Chef Aschaber: "Wir sind in mehreren Antriebs-Welten zuhause"

Die Spezialmotoren von Steyr Motors werden in der Marine, in der Industrie und in Spezialfahrzeugen eingesetzt. Bild: Oliver Franke

Vor wenigen Wochen startete der erste Containerzug im finnischen Kouvola Richtung Xian in China. Bewegt hat sich der Zug auf den ersten Metern dank einer Entwicklung von Steyr Motors. Dieser Stromerzeugungsgenerator bewegt mit einem Drei-Liter-Motor den Güterzug so lange, bis der Strom der Oberleitung die Versorgung gewährleistet.

"Man startet den Motor und spart sich die Verschublok", sagt Steyr-Motors-Geschäftsführer Michael Aschaber. Vor allem bei der Be- und Entladung auf einem Werksgelände, das über keine Oberleitungen verfügt, ist das ein Vorteil. Am Einstieg in das Segment Bahn hat Steyr Motors drei Jahre lang gearbeitet. In den beiden Siemens-Loks, die Richtung China unterwegs sind, sind vier dieser Dieselaggregate im Einsatz.

Durchwachsene Jahre

"Wir gehen weg vom reinen Entwickler von Verbrennungsmotoren zum Generalisten, der auch Hybrid-Lösungen und eben komplett neue Entwicklungen bewerkstelligt", sagt Aschaber. Als das Unternehmen 2005 den erstenleistungsfähigen Marine-Elektromotor auf den Markt brachte, sei man noch ausgelacht worden. Inzwischen sei man als Unternehmen, das sich in verschiedenen Antriebs-Welten auskenne, anerkannt. Darum habe Siemens auch mit den Entwicklern aus Steyr zusammengearbeitet.

Die Ernte dieses hohen Entwicklungsaufwands soll sich erstmals 2018 zeigen. Dann werde der Umsatz von heuer rund 36 Millionen Euro auf 45 bis 47 Millionen Euro steigen.

Das Wachstum wird von vier Großprojekten getrieben, eines davon ist dieses Kraftpaket für Loks. Auf zwei Produktionsbändern werden in Lohnfertigung Motoren für Spezialfahrzeuge für zwei Kunden aus der Kfz-Industrie montiert. Für den Marine-Kunden Neander Shark aus Kiel werden bis zu 2000 Motoren pro Jahr erzeugt. Diese Verbreiterung der Kundenstruktur soll das Unternehmen stabilisieren. Bisher war Steyr Motors mit den im Projektgeschäft üblichen Schwankungen bei Umsatz und Ergebnis konfrontiert. "Diese Projekte haben alle eine Laufzeit von drei Jahren. Damit haben wir das, was wir wollen: eine stabile Basisauslastung", sagt Aschaber.

Der gelernte Motorenbauer macht kein Hehl daraus, dass die Ertragslage in den vergangenen Jahren zu wünschen übrig ließ. Dem Verlustjahr 2015 folgte ein Jahr nach Plan. 2017 wird, den Vorbereitungen für die Großprojekte geschuldet, wieder rot.

Zahl der Mitarbeiter verdoppelt

Dem Expansionskurs, der unter den chinesischen Eigentümern verfolgt wird, tut das aber keinen Abbruch. Jede Entwicklung, die später auch in chinesischen Schwesterwerken montiert werde, nehme ihren Ausgang in Steyr.

Die Zahl der Mitarbeiter wurde seit 2013 verdoppelt. 225 Mitarbeiter (davon 70 Entwickler) beschäftigt Steyr Motors, wobei etwa zehn davon in ein neues Entwicklungszentrum in Graz ziehen werden.

"Dort gibt es eine hohe Affinität für das Thema Motor und eine Universität. Darum gehen wir dorthin, wo verfügbares Personal zu bekommen ist", sagt Aschaber. Das vergleichsweise kleine Unternehmen arbeitet daran, seinen Ruf in der Fachwelt zu etablieren. "Die Techniker interessiert die spannende Aufgabe, und die können wir ihnen bieten", sagt der 45-jährige Firmenchef.

Die Geschichte

2001 Steyr Motors wurde gegründet nach einem Management-Buyout aus der früheren Steyr Daimler Puch, die allerdings selbst damals schon im Magna-Konzern aufgegangen war.

2012 Hauptgesellschafter war damals der ehemalige Minister Rudolf Streicher, der gemeinsam mit dem Geschäftsführer Rudolf Mandorfer das Unternehmen 2012 an Phönix Tree HSC Investment Co. mit Sitz in Wuhan in China verkaufte. Diese Investorengruppe baut auch in China eine Motorenfertigung auf.

Die Chinesen haben dann die Investitionen von 17 Millionen Euro in die Verdoppelung des Standorts in Steyr finanziert und beauftragen etliche Entwicklungsprojekte.

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Artikel Sigrid Brandstätter 12. Dezember 2017 - 00:04 Uhr
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