Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Sonntag, 22. Juli 2018, 05:00 Uhr

Linz: 18°C Ort wählen »
 
Sonntag, 22. Juli 2018, 05:00 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Wirtschaft  > Wirtschaftsraum OÖ

Spitz-Caterer Donhauser will sich ÖBB und AUA als Kunden angeln

LINZ. Beide Konzerne haben derzeit ihre Essensversorgung an Bord ausgeschrieben.

Spitz-Caterer Donhauser will sich ÖBB und AUA als Kunden angeln

Josef Donhauser verköstigt Musiktheater-Gäste in Linz ebenso wie die Bahnreisenden im Iran. Bild: Weihbold

Im April 2012 musste Josef Donhauser das ÖBB-Catering an Do&Co abgeben und verlor damals auf einen Schlag 83 Prozent seines Geschäfts. Der 47-Jährige hat aus den Ereignissen gelernt und seine Firmengruppe komplett neu aufgesetzt. Jetzt will sich der Catering-Unternehmer nicht nur die ÖBB von Do&Co zurückholen, sondern auch das Catering-Geschäft der Austrian Airlines gewinnen. Beide Konzerne, AUA und ÖBB, haben aktuell ihre Essensversorgung an Bord ausgeschrieben. Die Entscheidungen sollen Anfang 2018 fallen.

"Wir mussten vor fünf Jahren praktisch von vorne anfangen und haben in Oberösterreich eine neue Heimat gefunden", erzählt Donhauser im OÖN-Gespräch. Er übernahm 95 Prozent des Spitz-Caterings, mit fünf Prozent ist nach wie vor Spitz-Erbe Walter Scherb beteiligt. Neben dem Linzer Design Center bespielt Donhauser mittlerweile die verschiedenen Lokale im Musiktheater und das Fußball-Stadion in Pasching.

Seit Donhausers Übernahme habe sich das Spitz-Catering verdreifacht. "Wir wachsen jedes Jahr durchschnittlich um 40 Prozent." Neben organischem Wachstum hat der risikobereite Unternehmer laufend zugekauft, unter anderem den Congress-Caterer in Innsbruck. "Natürlich ist das alles kapitalintensiv, aber wir sind solide finanziert."

35 Millionen Euro Jahresumsatz erzielte die Catering-Gruppe zuletzt. 600 Mitarbeiter sind beschäftigt. Neben Theatern und Stadien verpflegt Donhauser auch die Mitarbeiter des Flughafens Wien, des Wiener Raiffeisen Campus und der ÖBB-Zentrale und ist Franchisenehmer der Fastfood-Kette Subway. "Wir bewegen uns in der Vielfalt, machen Restaurants von der Selbstbedienung bis zur Haube." Denn er habe in 25 Jahren Gastronomie gelernt, dass Größe entscheidend sei.

"Ein Beisl am Tennisplatz"

Die Wurzeln der Firmengruppe liegen im elterlichen Kaffeehaus in Kirchberg am Wechsel. Dort hat der Niederösterreicher nach Abschluss der Hotelfachschule auch sein erstes eigenes Lokal geführt: "Ein Beisl am Tennisplatz, das sich binnen kürzester Zeit zum Jugendtreff entwickelte."

Um die Umsätze in der elterlichen Konditorei anzukurbeln, bäckt er in der Nacht Punschkrapferl und Sachertorten, die er in der Früh nach Wien in die Bahnhofslokale am damaligen Süd- und Westbahnhof liefert. So entsteht der Kontakt zum damaligen Bahncaterer. Donhauser steigt in das Unternehmen ein und beliefert jahrelang mit dem e-express die Österreichischen Bundesbahnen.

Ebenso zufällig – über einen gemeinsamen Bekannten – ergibt sich ein anderes Großprojekt, das Bahncatering im Iran. Zusammen mit einem iranischen Geschäftspartner, der ein Privatbahnunternehmen betreibt, gründet Donhauser ein Joint-Venture. Seit 2016 verköstigt er die Bahnreisenden im Iran. Gekocht wird in einer Hochleistungsküche in Teheran, in der am Tag bis zu 40.000 Mahlzeiten zubereitet werden.

"Mein Expansionshunger ist massiv aufrecht", sagt Donhauser. Als Nächstes will er sich die Großaufträge von ÖBB und Austrian Airlines angeln. Die Ausschreibungsphase läuft bei der AUA bis Jahresende, weil der 10-Jahres-Vertrag von Do&Co ausläuft und die Lufthansa-Tochter erstmals ausschreibt. Bei den ÖBB, wo es zuletzt massive Verstimmungen mit Do&Co wegen dessen ungarischen Kellnern gab, endet die Ausschreibung Mitte August.

Kommentare anzeigen »
Artikel Susanne Dickstein 12. August 2017 - 00:04 Uhr
Mehr Wirtschaftsraum OÖ

Die Verschwendung: Neue Waren landen im Müll statt im Abverkauf

LINZ. Burberry vernichtete 2017 neue Waren im Wert von 32 Millionen Euro.

Raiffeisenbanken: Der Club der Milliardäre

Regionalbanken: Fünf Raibas haben mehr als eine Milliarde Euro Bilanzsumme.

"In Linz sitzt unser Kopf"

LINZ. Alfred Stern: Was der neue Chef des bestverdienenden heimischen Konzerns, Borealis, vor hat.

Wie eine Linzer Firma hilft, die Meere von Plastikmüll zu säubern

DCS Computing entwickelt Software zur Simulation von Teilchen – eine von 23 Firmen im ...

Was kostet ein Elektriker? Teils große Unterschiede

LINZ. AK-Preisvergleich: 50 bis 80 Euro pro Stunde.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS