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Runtastic-Mitgründer Gschwandtner: "Bin immer eine Extra-Meile gelaufen"

LINZ. Florian Gschwandtner über seinen harten und erfolgreichen Weg mit der Fitness-App.

Runtastic-Mitgründer Gschwandtner: "Bin immer eine Extra-Meile gelaufen"

Uni-Professor Markus Hengstschläger als Moderator im launigen Gespräch mit Florian Gschwandtner Bild: Alexander Schwarzl

"Wenn einer kontinuierlich die Extra-Meile geht, hat er Erfolg. Ich bin meistens den härteren Weg gegangen. Das zahlt sich aus." Das ist so etwas wie das Erfolgsgeheimnis von Florian Gschwandtner und seinem Runtastic-Team, in das der erfolgreiche Unternehmensgründer bei der Vorstellung seines neuen Buches in den Promenaden Galerien am Montag Abend Einblicke im Rahmen der Gesprächsreihe der Academia Superior gewährte.

Schon als Kind beim Fußball war er einen Kopf kleiner als die anderen und musste sich mit größerem Einsatz beweisen. Im Studium in Hagenberg musste er sich viel mehr anstrengen, um dieselben Leistungen zu bringen. Dafür stand er auch häufig um fünf Uhr früh auf, um zu lernen. Auch ab der Unternehmensgründung von Runtastic 2009 galt es, vollen Einsatz zu zeigen – auch wenn es durchaus "viel Spaß, eine pubertäre Phase und wilde Partys" gab.

"Vielleicht waren die Arbeit und die Härte der ersten fast zehn Jahre der Runtastic-Story notwendig, um das alles umsetzen zu können", sinnierte Gschwandtner, der sich mit Jahresende –wie berichtet – zur Gänze aus dem Unternehmen zurückzieht und eine Auszeit nimmt. Das Unternehmen verkauften die vier Runtastic-Gründer 2015 an den Sportartikelkonzern Adidas um 220 Millionen Euro. Damals hatte die Hälfte der Anteile bereits dem Springer-Verlag gehört.

Ein roter Faden für die hohe Motivation waren für den gebürtigen Niederösterreicher (Strengberg) Gschwandtner immer wieder die "vielen Neins und Aussagen, dass das nicht geht oder ins System passt. Das war meine größte Motivation". Noch heute erinnert er sich an die Ochsentour bei 300 Gemeinden, die er von der Ursprungsidee von Runtastic begeistern wollte: ein Laufstrecken-Tracking per Handy mit fix in Beton eingebauten Sensoren. ("Die Prototypen, die Mama und Papa für uns betoniert haben, stehen noch bei uns zu Hause ..."). Es hagelte nur Absagen.

Gschwandtner sieht in der geringen Bereitschaft für das Risiko in Österreich einen großen Hemmschuh für die Erhaltung unseres Wohlstands. Er hat mit den drei Gründerkollegen, wie er sagt, "mit zwei bis drei Millionen Euro in zehn Unternehmen investiert". Das sei Risiko. "Es liegt viel Geld in Österreich herum. Anstatt es in Stiftungen und Immobilien zu stecken, sollten wir es in Menschen investieren." Denn die neuen Technologien wie selbstfahrende Autos, Spracheingabe statt Tippen und Internet der Dinge kämen "schneller,als wir alle glauben". Sie würden unser aller Leben und viele Geschäftsmodelle grundlegend ändern. (uru)

Video: Buchpräsentation „So läuft Start-up“

Warum die Vorfreude auf den Porsche gleich groß war

Viele kleine Geschichten grub Moderator Markus Hengstschläger gekonnt unterhaltsam rund um den Werdegang des Runtastic-Frontman Florian Gschwandtner aus. Das OÖN-Forum war bis auf den letzten Platz gefüllt. So wissen wir jetzt beispielsweise, dass sich Florian Gschwandtner mit dem Millionen-Verkauf von Runtastic einen Kindheitstraum erfüllen konnte: Einen Porsche. „Ich bin noch keine 1000 Kilometer damit gefahren. Und ich kann Ihnen sagen, die Vorfreude darauf war genauso schön, wie ihn jetzt zu besitzen.“ Unter den Zuhörern: Hofer-Chef Günther Helm, der Eurothermen-Chef und designierte Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner, AMS-Chef Gerhard Straßer, Investor Michael Altrichter und die Co-Gründer Christian Kaar und René Giretzlehner.

3 Fragen an...

Florian Gschwandtner, Gründer und Investor

Der 35-Jährige hat Mitte September überraschend seinen Rückzug von der Spitze der heute zu Adidas gehörenden App Runtastic angekündigt.

  1. Warum ziehen Sie sich von Runtastic zurück?

    Aus dem Bedürfnis, nicht nur zu arbeiten. Die Firma hat laufen und ich hab’ delegieren gelernt. Ich bin viel gereist, habe viel gesehen und gelernt. Viel Zeit ist auf der Strecke geblieben. Ich wollte wieder mal ins Ungewisse gehen. Und halb ist das nicht möglich – solange ich einen dienstlichen E-Mail-Account habe.
  2. Haben Ihnen Ihre Mitgründer ihren Rückzug übel genommen?

    Nein, es gibt kein böses Blut. Bis Jahresende bin ich ja noch da. Gemeinsam mit Adidas und Headhuntern wird ein externer Nachfolger gesucht. Die beiden Co-Geschäftsführer werden meine Position nicht übernehmen.
  3. Welche Pläne haben Sie? Ein Gang in die Politik?

    Mein Plan ist, keinen Plan zu haben. Vielleicht mal Kite-Surfen in Hawaii. In die Politik gehe ich sicher nicht, höchstens beratend als Experte.

 

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Artikel 26. September 2018 - 07:58 Uhr
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