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Ohne längere Förderung Aus für Biogasanlagen

LINZ. Anlagenbetreiber wollen verlängerte Förderung.

Ohne längere Förderung Aus für Biogasanlagen

Alfons Humer, Bernhard Seidl Bild: (le)

"Die Politiker unterschreiben den Weltklimavertrag, und gleich als Erstes wird das Biogas abgedreht", sagt Alfons Humer aus Michaelnbach (Bezirk Grieskirchen). Der Landwirt betreibt eine von 300 Biogasanlagen in Österreich (davon 60 in Oberösterreich).

Die Branche wartet seit Wochen auf eine Nachfolgeregelung für die nun auslaufenden Förderverträge. Es geht um ein Politmatch auf höchster Ebene: Das Wirtschaftsministerium habe seine Vorschläge für die künftigen Stromabnahmeverträge (Ökostromgesetz) an das Kanzleramt übermittelt, heißt es.

Biogas gilt als bäuerliches Interessensgebiet, weil der Rohstoff großteils aus Mais ist und fast alle Anlagen von Bauern betrieben werden. Die Arbeiterkammer kritisiert seit Anbeginn den hohen Förderaufwand und den Umstand, dass der hohe Maisverbrauch Agrarflächen verknappe, die Umwelt belaste und Nahrung verteuere. Sie möchte die Förderung zu Fall bringen (Einspeisetarif 16 Cent je Kilowattstunde). Doch im SP-VP-Regierungsvertrag von 2013 ist verankert, dass die effizienten Anlagen, überwiegend mit Reststoffen betrieben, weiter gefördert werden sollen.

Von 13 auf 20 Jahre verlängern

Es geht konkret darum, die Förderverträge von 13 auf 20 Jahre zu verlängern und für ineffiziente Anlagen eine finanzielle Ausstiegshilfe anzubieten. Da in Ostösterreich vor 13 Jahren die ersten Anlagen gestartet wurden, drängt die Entscheidung.

Das Budget ist jedoch so eingedampft worden, dass die Anlagenbetreiber in Oberösterreich schwarz sehen. "Bei uns sind die meisten Anlagen 2006 gestartet worden. Wir befürchten, dass dieses Geld aufgebraucht ist, bis unsere Verträge verlängert werden müssen", sagt Bernhard Seidl aus Aspach (Bez. Braunau): "Das wenige Geld wird für ein paar Anlagen reichen – die Branche geht unter."

Dabei seien die Bedingungen schon zum Start so schlecht gewesen, dass die Unternehmen noch immer Verbindlichkeiten hätten. Seidl ist stellvertretender Bundesobmann der Arge Biogas und ist verärgert wegen des rot-schwarzen Kräftemessens: "Das ist keine Bauernförderung, sondern ganz wichtig für den ländlichen Raum und für die Sicherung von Arbeitsplätzen." Er betreibt mit zehn Kollegen in Aspach eine Anlage, die das Reha-Zentrum Beck versorgt.

Falle das Biogas weg, müsse in einen Ersatz investiert werden. Aus Biogasanlagen seien interessante Gewerbeprojekte entstanden: Alfons Humer ist mit seinem Kollegen in die Produktion von Biodünger eingestiegen. Er ist aus Abfällen der Lederproduktion. Die Trocknung der Hautabfälle erfolge mit der Abwärme der Biogasanlage, die Strom ins Netz liefert. Damit sind auch zwei Arbeitsplätze entstanden. Auch Holztrocknungen werden betrieben. "Das bricht alles weg, wenn die Verträge nicht verlängert werden", sagt Seidl.

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Artikel Josef Lehner 11. Oktober 2016 - 00:04 Uhr
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