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Nestlé-Manager Jöhr: "Warum soll ein Liter Milch nicht fünf Euro kosten?"

LINZ. Nahrungsproduktion muss wachsen – Politische Intervention als Hindernis.

Nestle

Nestle-Logo Bild: EPA

"Wir können noch sehr viel in der landwirtschaftlichen Produktion weiter entwickeln, mit der bestehenden Fläche", sagte Hans Jöhr, der Agrarchef beim Schweizer Lebensmittelriesen Nestlé. Mehrertrag sei notwendig, weil 2050 neun statt sieben Milliarden Menschen ernährt werden müssten. Momentan drohe den Bauern aufgrund der schlechten Preissituation ein verschärfter Strukturwandel. "Die Bauern werden abgestraft, obwohl sie einen guten Job machen." Wie lange das Tief andauere, könne niemand voraussagen. Der Megamarkt China gebe unklare Signale.

"Wieso sollte ein Liter Milch nicht fünf Euro kosten, wenn für eine Flasche Wein ein Mehrfaches bezahlt wird, obwohl ich zweifle, dass die Inhaltsstoffe besser sind", sagte der Schweizer Manager Montagabend bei einem Vortrag auf Einladung der Saatbau Linz. Es sei bedenklich, wenn ein Haushalt in Europa kaum mehr als zehn Prozent für Lebensmittel ausgebe. Agrarrohstoffe seien viel zu billig.

Nestlé habe vor 15 Jahren begonnen, global ein System nachhaltiger Landwirtschaft zu fördern. Bei rund 700.000 Bauern werde für die regionalen Fabriken eingekauft. "Natürlich ist Hauptzweck die Rohstoffbeschaffung", gestand Jöhr, "aber wir wollen in den Regionen einen Beitrag zur ländlichen Entwicklung leisten". Eingekauft werde in den günstigen Rohstoffmärkten auf der südlichen Halbkugel, aber dort werde auch vermarktet.

Die größte Bedrohung der künftigen Nahrungsmittelversorgung sei nicht der Klimawandel – er erfordere zwar einige "Anpassungen" –, sondern die politische Intervention in vielen Ländern: "Lasst die Ingenieure und Fachleute arbeiten." Und die ungleiche Einkommensverteilung auf der Welt: "Wenn Kaufkraft da ist, funktionieren auch die Versorgungsketten."

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Artikel (le) 02. März 2016 - 00:04 Uhr
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