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Nächste Fusion bei den Volksbanken: Bald "Volksbank Oberösterreich-Nord"

WELS/SCHÄRDING. Bei den oberösterreichischen Volksbanken wird weiter fusioniert. Die Aufsichtsräte der Volksbanken Linz–Wels–Mühlviertel sowie Schärding–Altheim–Braunau haben grünes Licht für eine Fusion der beiden Banken gegeben.

Mit Heiratsplänen will die Volksbank Steyr erobern

Bild:

Voraussichtlich im Mai 2015 sollen sie zusammengeschlossen werden.

Die "Volksbank Oberösterreich-Nord", so der interne Arbeitstitel, wäre mit einer Bilanzssumme von knapp 1,6 Milliarden Euro, 26 Filialen und rund 300 Mitarbeitern mit Abstand die größte Volksbank in Oberösterreich und die Nummer sechs unter Oberösterreichs Kreditinstituten.

Wie berichtet, gibt es eine Zielvorgabe aus Wien, wonach von gut 50 Volksbanken neun regionale Volksbanken sowie drei Spezialbanken (etwa die Sparda) übrig bleiben sollen.

Es gibt auch Widerstand

Dies gestaltet sich nicht so einfach, wie sich am Beispiel Oberösterreich zeigt. Zwar haben zuletzt Schärding und Altheim–Braunau sowie Friedburg–Straßwalchen und Vöcklamarkt–Mondsee fusioniert. Letztere und einige kleine Institute wollen aber von einer weitergehenden Verschränkung nichts wissen.

Die beiden größten Volksbanken haben sich aber entschlossen, zusammenzuwachsen. "Es wird eine Fusion auf Augenhöhe", sagt Richard Ecker, Vorstand von Schärding–Altheim–Braunau. Die Bank wird in die AG von Linz–Wels–Mühlviertel eingebracht. Die Genossenschaftsanteile bleiben davon unberührt. Die Verwaltungszentrale wird in Wels sein, der Vorstand aus zwei Personen bestehen (derzeit zwei Mal drei). Aller Voraussicht nach werden Ecker und Andreas Pirkelbauer von Linz–Wels–Mühlviertel die Chefs der neuen Bank sein.

"Wir erwarten durch die Fusion eine Einsparung von rund 2,5 Millionen Euro im Jahr", sagt Pirkelbauer. Das Geld können die Volksbanken brauchen. Schließlich wollen sie jene gut 500 Millionen Euro, die der Sektor vom Staat zur Bereinigung des Debakels beim Spitzeninstitut Volksbanken-AG (ÖVAG) bekommen hat, in den nächsten Jahren zurückzahlen.

Ein weiterer Grund für die Fusion sind die regulatorischen Vorschriften. "Es gibt viele Bereiche im Bankgeschäft, die kleine Institute nicht mehr stemmen können. Durch die zusätzlichen internationalen Vorschriften werden es ständig mehr", sagt Pirkelbauer.

Die Zahl der dann gemeinsamen Filialen ist schon zuletzt gesunken, die Zahl der Mitarbeiter werde weiter sinken. "Allerdings muss sich keiner Sorgen machen, dass er gekündigt wird", sagt Ecker. Es gebe in den nächsten Jahren einige Pensionierungen.

Die neue Volksbank Oberösterreich-Nord hätte mit einer Eigenkapitalausstattung von rund 120 Millionen Euro auch Chancen, verstärkt mittelständische Unternehmen zu finanzieren, sagen Pirkelbauer und Ecker im Gespräch mit den OÖNachrichten.

22 Prozent mehr Gewinn

Außerdem bestätigen die beiden Gespräche über einen Zusammenschluss mit der Volksbank Eferding–Grieskirchen, die gut zu einer Volksbank Oberösterreich-Nord passen würde. Die Hereinnahme von Ried in die Volksbank Schärding–Altheim–Braunau ist dagegen, wie berichtet, gescheitert. Die Rieder orientieren sich in Richtung Vöcklabruck–Gmunden. Eine Fusion scheint nahe liegend, ist doch Johann Fischer von Vöcklabruck–Gmunden zuletzt auch Vorstand in Ried geworden.

Die oberösterreichen Volksbanken haben im Vorjahr ihr Ergebnis gewöhnlicher Geschäftstätigkeit (EGT) zusammen um 22,2 Prozent auf 8,7 Millionen Euro gesteigert.

Das Ziel des Sektors ist es, das EGT auf 0,5 Prozent der Bilanzsumme zu erhöhen. 2013 ging es von 0,20 auf 0,25 Prozent nach oben. Es waren aber noch Abwertungen auf ÖVAG-Anteile zu verdauen. Im heurigen ersten Quartal lag die Quote bei 0,47 Prozent.

 

Oberösterreichs Volksbanken Geschäftsjahr 2013, kumuliert:

Filialen: 77 (–7)
Mitarbeiter: 636 (–42)
Bilanzsumme: 3,396 Milliarden Euro (–2,9 %)
Kreditvolumen: 1,87 Milliarden Euro (+/–0)
Einlagen/Emissionen: 2,68 Milliarden Euro (–1 %)
Anrechenbare Eigenmittel: 287 Millionen Euro (+1,8 %)
Betriebsergebnis: 17,6 Millionen Euro (–5,7 %)
Ergebnis gewöhnlicher Geschäftstätigkeit (EGT): 8,7 Millionen Euro (+22,2 %)

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Artikel 15. Juli 2014 - 00:04 Uhr
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