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Legendäre Fehrer-Fabrik geht an chinesische Konkurrenz

LINZ. Seit mehr als eineinhalb Jahren suchte der Oerlikon-Konzern einen Käufer für jenen Bereich, zu dem die frühere Textilmaschinenfabrik Dr. Ernst Fehrer gehört. Mit einer Tochter der staatlichen chinesischen Hi-Tech Corp. ist er gefunden.

Legendäre Fehrer-Fabrik geht an chinesische Konkurrenz

Das war einmal: Textilmaschinenfabrik Dr. Ernst Fehrer Bild: vowe

Seit Jahren schreibt die sogenannte Carding-Group, die spezielle Textilmaschinen baut, Verluste. Daher will sie Oerlikon schon lange loswerden. Ein deutscher Interessent ist abgesprungen. Der nach Oerlikon selbst weltweit zweitgrößte Hersteller von Textilmaschinen, die Zhengzhou Hi-Tech Non-woven Technology, hat jetzt nach monatelangen Verhandlungen die Verträge unterschrieben.

Der Kaufpreis wird nicht bekanntgegeben, dem Vernehmen nach gibt es aber nicht viel. Schon die komplette Übernahme der Altschulden für den verlustbringenden Teilbereich wäre ein Erfolg. Bei einem Umsatz von 45 Millionen Euro war das Ergebnis 2010 für die drei Werke in Deutschland, Italien und eben Linz im zweistelligen Prozentbereich negativ.

Montag um 15.30 Uhr haben die bisherigen und künftigen Eigentümer die Belegschaft in Linz informiert. Laut Oerlikon ist vertraglich vereinbart, dass Chinesen das Carding-Geschäft in Europa fortführen und die Arbeitsplätze erhalten.

Ye Mao Xien, der für die neuen Eigentümer gestern sprach, habe zugesichert, dass die Standorte drei Jahre lang Zeit hätten, um wieder profitabel zu werden. Kurzfristig werde kein Werk geschlossen, ließ er über einen Übersetzer mitteilen. Die Chinesen sagen, von einem verbesserten Marktzugang in ihrem Heimatland würden die drei Werke profitieren.

Sorgen im Linzer Werk

Da der bisherige und voraussichtlich künftige Geschäftsführer Stefan Schlichter aber den deutschen Standort in Friedburg forciert und der Chefverkäufer aus Italien stammt, sehen die 95 Mitarbeiter in Linz ihrer beruflichen Zukunft mit Skepsis entgegen.

Unter der Hi-Tech Corp. sind zwölf Gesellschaften und 88 weitere Beteiligungen zusammengefasst. Mehr als 70.000 Mitarbeiter arbeiten für die Gruppe, die auch im Nutzfahrzeugbau, der Textilindustrie und im Handel aktiv ist.

 

Erfinder schuf Firma von Weltruf

Dank des Erfindungsreichtums des Gründers Ernst Fehrer gelang der von ihm gegründeten Fabrik ein großer Aufstieg, dem allerdings ein langer Niedergang folgte.

1947 hat Fehrer neuartige, vollautomatische Textilmaschinen entwickelt. Um die zu produzieren und zu vermarkten, gründete der studierte Mathematiker und Physiker die Dr. Ernst Fehrer AG. Die Firma entwickelte sich zu einem der exportstärksten Unternehmen Österreichs. 1200 Patente hat Fehrer schützen lassen. Dass es mit seinem Tod (er starb 81-jährig im Jahr 2000) bergab gehen würde, hat der charismatische Unternehmer zu Lebzeiten vorausgesehen.

Das hatte aber nicht nur mit der Genialität Fehrers, sondern auch mit der Neuordnung der weltweiten Textilindustrie zu tun. China entwickelte sich zur großen Konkurrenz für traditionelle europäische Hersteller. In den 1990er Jahren schrieb das Unternehmen Verluste. Von den 500 Beschäftigten in Spitzenzeiten sind heute 95 verblieben.

Tochter Monika verkaufte das Werk 2005 an Saurer. Dieses ging später in der Oerlikon auf.

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Artikel Sigrid Brandstätter 09. August 2011 - 00:04 Uhr
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