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Knalleffekt: Welser TGW trennt sich von ihrem Langzeitchef Georg Kirchmayr

Schwiegersohn des Gründers und Stiftungsvorstand hatten "unterschiedliche Auffassungen".

Knalleffekt: Welser TGW trennt sich von ihrem Langzeitchef Georg Kirchmayr

Der abgelöste Geschäftsführer Georg Kirchmayr Bild:

Es waren ein paar Zeilen, die am Dienstagvormittag das Welser Industrieunternehmen TGW in Aufruhr versetzt haben. Langzeit-Geschäftsführer Georg Kirchmayr (50) informierte seinen engsten Führungskreis darüber, dass er die TGW verlassen werde. Nach einer Sitzung des TGW-Stiftungsvorstands bestätigte eine Firmensprecherin dann gestern, Donnerstag, die Neuigkeit: Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zur Ausgestaltung der Stiftungsphilosophie "Mensch im Mittelpunkt – lernen und wachsen" habe man entschieden, getrennte Wege zu gehen.

Auch wenn beide Seiten gestern um Beschwichtigung bemüht waren: Diese Auffassungsunterschiede dürften doch massiv gewesen sein, zumal Kirchmayr trotz wirtschaftlichen Erfolgs mit sofortiger Wirkung freigestellt wurde. Sein Dienstverhältnis endet per Juni 2018. Pikant an der Angelegenheit ist, dass Kirchmayr der Schwiegersohn des TGW-Firmengründers Ludwig Szinicz (78) ist. Zum Nachfolger wurde sein bisheriger Vorstandskollege Harald Schröpf (52) bestellt. Der Vorstand des Welser Logistiksystemanbieters wird vorerst auf drei Personen reduziert. Schröpf führt die Geschäfte gemeinsam mit Jörg Scheithauer und Christoph Wolkerstorfer.

Seit langem war auch außerhalb des Unternehmens Kirchmayrs fordernder und rauer Führungsstil bekannt. Dieser manifestierte sich nicht zuletzt in einer hohen Fluktuation sowohl auf Ebene der Führungskräfte als auch im operativen Geschäft. Gleichzeitig tat sich das Unternehmen schwer, ausreichend Nachwuchs für die starke Expansion zu bekommen.

Auf der anderen Seite gab der Erfolg Kirchmayr Recht. Als er vor 17 Jahren in die Geschäftsführung eintrat, erwirtschaftete die TGW gerade einmal einen Umsatz von 55 Millionen Euro, hatte 350 Mitarbeiter und war auf die Märkte Österreich und Deutschland konzentriert. Mittlerweile ist die Firmengruppe ein Komplettanbieter für Logistiklösungen und hat knapp 3000 Beschäftigte. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr (per 30. 6. 2017) um 17 Prozent auf 621 Millionen Euro bei einem Betriebsergebnis (Ebit) von 43,8 Millionen Euro. Im November 2016 war Spatenstich für die neue Firmenzentrale in Marchtrenk, in der ab kommendem Jahr mehr als 700 Mitarbeiter beschäftigt sein sollen.

Seit 2004 ist die von Szinicz gegründete TGW Future Privatstiftung alleiniger Eigentümer des Unternehmens. Der Stifter hat verfügt, dass zwei Drittel des Gewinns im Unternehmen bleiben müssen. Der Stiftungsvorstand ist mit dem Welser Rechtsanwalt Ernst Chalupsky und dem Geschäftsführer der Tiger Coating, Clemens Steiner, prominent besetzt. Vorsitzender des Stiftungsvorstands ist Martin Kraus, ehemals Finanzchef bei der Siemens VAI in Linz.

 

Sport-Sponsoring

Anfang Mai ist die TGW beim Bundesliga-Aufsteiger LASK als Stadionsponsor eingestiegen. Seither heißt das Paschinger Waldstadion TGW Arena. Über Höhe und Laufzeit des Engagements gibt es keine Angaben. Darüberhinaus tritt TGW beim Linzer Leichtathletikklub Zehnkampf Union, einem Stabhochsprungbewerb unter dem Lentos sowie dem Turnleistungszentrum im Linzer Hafen als Namenssponsor in Erscheinung.

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Artikel Susanne Dickstein 03. November 2017 - 00:04 Uhr
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