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Keba kauft deutsche Firma und will mit Selbstbedienungsautomaten wachsen

LINZ. Der Urfahraner Elektronik-Spezialist Keba hat in Deutschland zugekauft. Mit Anfang Juni wurde die Kemas GmbH mit Sitz in Oberlungwitz bei Chemnitz (Sachsen) übernommen.

Keba kauft deutsche Firma und will mit Selbstbedienungsautomaten wachsen

Mit dem Zukauf steigt die Mitarbeiterzahl auf mehr als 1000. Bild: Keba

Kemas ist Spezialist für Selbstbedienungsautomaten für die Entnahme und Rückgabe etwa von Schlüsseln, Werkzeugen, Textilien oder auch Waffen.

Keba-Chef Gerhard Luftensteiner sieht großes Synergiepotenzial in der deutschen Firma: "Wir sind mit den Automaten im Postbereich tätig, Kemas in vielen anderen Bereichen. Wir haben aber sehr viele Dinge gemeinsam." Kemas setzte zuletzt mit etwa 70 Mitarbeitern 7,7 Millionen Euro um, großteils in Deutschland. "Wir sehen Möglichkeiten, die Produkte international auszurollen", sagte Luftensteiner gestern, Montag, beim Bilanzpressegespräch in Linz. 80 Prozent an dem Unternehmen hat Keba erworben, die restlichen 20 Prozent verbleiben beim Gründer Hans-Jürgen Grämer und dessen Sohn. Die beiden werden die Firma weiterhin operativ führen. Durch den Zukauf steigt die Mitarbeiteranzahl bei Keba erstmals auf mehr als 1000.

Erster Rückgang seit 2010

Nachdem in den vergangenen Jahren der Umsatz zumeist recht deutlich gestiegen ist, wurde 2015/16 erstmals seit Ende der Finanzkrise 2010 wieder ein Rückgang verzeichnet. "Das Projektgeschäft in der Bankautomation ist sehr volatil", sagte Luftensteiner, der auch abrechnungstechnische Gründe für den Umsatzrückgang ins Feld führt. Gerade die Bankbranche sei aber auch etwas zurückhaltender in den Investitionen geworden.

Negativ auf die Umsätze der Keba hätten sich auch unkalkulierbare Faktoren ausgewirkt – etwa die Terroranschläge in Frankreich. "Dadurch wurde das Ausrollen der Paketautomaten in Frankreich und Spanien gestoppt. Wir hatten dort natürlich mit mehr Umsatz gerechnet", sagte Luftensteiner.

Die jüngsten Vorkommnisse in der Türkei hätten derzeit noch keine Auswirkungen auf die Aktivitäten in dem Land. Seit Ende 2008 gibt es eine Tochterfirma in Istanbul. "Die Leute dort gehen ihrem Geschäft nach. Wie es sich mittelfristig auswirkt, wissen wir natürlich nicht", sagte Luftensteiner.

Obwohl optimistisch, wollte der Keba-Chef gestern keine Prognose für das angelaufene Geschäftsjahr abgeben: "Wir haben uns diese kurzfristigen Prognosen abgewöhnt. Es ist vieles nicht vorhersehbar. Da könnten wir auch einen Würfel für die Prognose hernehmen."

Entscheidend sei allerdings die Entwicklung des Unternehmens über mehrere Jahre. Und da sieht sich Keba gut aufgestellt. In den vergangenen fünf Jahren habe sich das jährliche Wachstum im Durchschnitt auf 10,2 Prozent belaufen. "Das und die stetig steigende Mitarbeiteranzahl sind die wichtigsten Kennzahlen für unseren Fortschritt", sagte Luftensteiner. (stef)

 

Keba AG

Firmensitz: Linz-Urfahr

Umsatz: 181 Millionen Euro (per 31. 3. 2016)

Mitarbeiter: 950

Tätigkeitsbereich: Entwicklung von Geräten zur Automatisierung von Bankgeschäften und Dienstleistungen, Automatisierung in der Industrie.

Exportquote: 84,5 Prozent

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Artikel 27. Juli 2016 - 00:04 Uhr
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