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Die Kaindls: Von Stifter zum Tapetenwechsel

Von Stifter zum Tapetenwechsel

Klaus und Hanna Kaindl mit historischen Dokumenten des Vorfahren Franz Josef Kaindl (hinten) Bild: OÖN

Adalbert Stifter war bekannterweise nicht nur ein hervorragender Schriftsteller, sondern auch einer, der beim Essen und Trinken andere Maßstäbe hatte. Finanziert wurde ihm dies nicht zuletzt durch die Brüder Albert und Alois Kaindl, seine besten Freunde in Linz. Deren Nachkommen feiern heute das 200-jährige Firmenjubiläum.

Der Raumausstatter Kaindl, der nicht nur Jubiläum feiert, sondern die Immobilie an der Linzer Dametzstraße ausgebaut hat, ist seit 200 Jahren an diesem Standort.

Damals gab es noch keine Dametzstraße, damals war der aus Sarleinsbach Stammende kein Raumausstatter, sondern Gerber und Lederhändler, später auch Schusterzulieferer. Der Sohn des Firmengründers Franz Josef Kaindl, Alois Kaindl, war einer der Mitbegründer der Allgemeinen Sparkasse. Dessen Sohn Albert wiederum besagter Stifter-Freund und Mitbegründer des Alpenvereins.

In der Firmengeschichte von „Franz Josef Kaindls Söhne“ spiegelt sich auch die Geschichte der Stadt Linz, angefangen von den Napoleonischen Kriegen und der damaligen Wirtschaftskrise und Hyperinflation über die Industri-alisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die neuerliche Wirtschaftskrise im 20. Jahrhundert und die Kriegszeit. Ein Kaindl-Haus fiel damals der Dametzstraße zum Opfer. Die Saaten-Firma Kaindl-Bruckschweiger musste seinerzeit absiedeln und existiert unabhängig von der jetzigen Firma Kaindl nach wie vor ein paar Häuser weiter am Graben.

Aufschwung genützt

Nach dem Krieg leiteten Theodora Kaindl und ihr Mann Adam Trautenberger einen enormen Wachstumsschub ein, indem sie auf die geänderten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen reagierten. Technische Bedarfsartikel, Tapeziererzubehör und Artikel für die Raumausstattung waren wichtiger als Schusterzubehör und Lederhandel geworden. Schließlich wurde gebaut, saniert, in den Sechzigerjahren kam mit dem Wirtschaftsaufschwung das Bedürfnis, schöner zu wohnen.

In fünfter Generation führt Klaus Kaindl das Unternehmen, der Sohn von Theodora Trautenbergers Cousin. Er arbeitet seit 1956 im Betrieb und wurde vom kinderlosen Ehepaar Trautenberger adoptiert.

Klaus Kaindl selbst hat seine Übergabe an die Kinder längst eingeleitet. Sohn Christoph ist seit 2001 für das Großkundengeschäft zuständig, Tochter Hanna seit 2009 für die Immobilienfirma der Kaindls.

Seit 1987 hat man sich voll auf die Raumausstattung konzentriert. Damals kam es zur Trennung von der Firma Kaindl technischer Industriebedarf, die sich im Besitz einer Privatstiftung befindet.

Gegen die wachsende Konkurrenz durch die Möbelhäuser und Großbetriebe habe der 31-Mitarbeiter-Betrieb durch ein hohes Maß an Beratung und Flexibilität bestehen können, sagt Klaus Kaindl.

Hilfreich sei, dass derzeit die Tapete wieder eine Renaissance feiere. „Bei den Tapeten waren und sind wir hervorragend. Dort sind im Gegensatz zu manch anderem Bereich auch die Margen zufriedenstellend“, sagt Kaindl. „Generell kommt uns der Cocooning-Trend und der Bedarf an höherwertigen Materialien zugute.“ Kaindl setzt 4,5 Millionen Euro im Jahr um.

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Artikel Von Dietmar Mascher 18. September 2010 - 00:04 Uhr
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