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Deutsche Erntehelfer sind unbefristet abgabenbefreit

EFERDING. Eine Hiobsbotschaft für österreichische Gemüsebauern.

Stroheimer steuert zum Efko-Jubiläum ein Buch bei

Bild: Volker Weihbold

Rückschlag für die Gemüsebauern: Während sie mit ihren Wünschen im Bezug auf die Erntehelfer an der Bundesregierung in Wien scheitern, erhalten die deutschen Konkurrenten ihr Abgabenprivileg auf unbegrenzte Zeit verlängert.

Hohe Erntemengen, gute Qualität: Das Jahr ist für die heimischen Gemüsebauern bisher sehr gut gelaufen. Vergangene Woche hat sie jedoch eine Hiobsbotschaft erreicht: Der Koalitionsausschuss von CDU/CSU und SPD hat am 28. August in Berlin beschlossen, die sogenannte 70-Tage-Regelung für Saisonarbeit "unbefristet zu verlängern".

Handel kauft billig

Das heißt, dass deutsche Betriebe ihre Erntehelfer pro Jahr 70 Arbeitstage lang ohne Lohnnebenkosten beschäftigen dürfen. Die OÖNachrichten haben mehrmals berichtet, dass sie so etwa im Gurkerlanbau einen Kostenvorteil von 5600 Euro pro Hektar genießen. Der Bauer im Eferdinger Landl oder Machland ist mit seinem Produkt nicht mehr wettbewerbsfähig, weil er muss für seinen Saisonarbeiter 11,70 Euro je Stunde aufwenden, womit diesem 6,50 Euro netto bleiben. Der deutsche Konkurrent zahlt denselben Bruttolohn von rund 8,80 Euro, was dem Beschäftigten aber wegen Abgabenfreiheit netto bleibt. Außerdem sind Samstag und Sonntag zuschlagsfrei; schon lange ist die 60 Stunden Wochendurchrechnung erlaubt.

Der Lebensmittelhandel hat bereits österreichische Gurkerl ausgelistet, weil Bayern und Inder billiger liefern. "Der politische Beschluss in Berlin ist daher ein schwerer Schlag für uns, noch dazu weil das unbefristet erfolgt", sagt Stefan Hamedinger, Gemüsereferent der OÖ. Landwirtschaftskammer. Bislang war die Regelung mit Ende 2018 befristet. Die Hoffnung auf ein Auslaufen sei nun gestorben.

Außerdem seien alle politischen Vorstöße bei der österreichischen Regierung, mit dem Ziel einer Gleichbehandlung, bislang gescheitert. Betroffen sind vor allem Produzenten von Gemüse und Früchten mit hohem Arbeitsaufwand, vor allem Gurkerl und Erdbeeren. Viele sind bereits auf Gewächse umgestiegen, die maschinell bearbeitbar sind.

"Wir stecken noch voll in der Hauptsaison und werden in einigen Wochen mit unseren Bauern ernsthaft über das Thema reden müssen", sagt Klaus Hraby, Geschäftsführer der Efko GmbH, des wichtigsten Verarbeiters. Es werde bald noch schwieriger; 2020 steige der Mindestlohn von 1200 auf 1500 Euro im Monat.

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Artikel Josef Lehner 10. September 2018 - 00:05 Uhr
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