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Der Hanfkaiser aus Wien

LINZ. Alexander Kristen verkauft Hanfpflanzen seit gestern auch in Linz.

Der Hanfkaiser aus Wien

Alexander Kristen setzt jährlich vier Millionen Euro mit Hanfpflanzen um. Bild: (stef)

Darf man das? Diese Frage hat Alexander Kristen in den vergangenen zwölf Jahren schon oft gehört, wenn er über sein Unternehmen spricht. Seit 2004 verkauft der heute 44-Jährige Hanfstecklinge, also jene Pflanzen, aus denen Cannabis gewonnen werden kann. Die Antwort auf die Frage lautet: Ja, man darf. "Solange die Pflanze nicht blüht, handelt es sich um kein Suchtgift", sagt Kristen, der gestern, Montag, in der Linzer Industriezeile seine schon fünfte Filiale eröffnet hat.

Keine Gesetzeswidrigkeit

Ein laminierter Zettel weist die Kunden darauf hin, dass die Hanfpflanzen keinesfalls für gesetzeswidrige Zwecke verwendet werden dürfen. Damit sichert sich der studierte Jurist und ehemalige Volleyball-Bundesliga-Spieler rechtlich ab. "Meine Verkäufer geben keine Beratung zur Aufzucht der Pflanzen. Wir setzen uns nicht damit auseinander, was der Kunde damit macht", sagt der Wiener. 18 Stunden täglich werden die Stecklinge mit Kunstlicht bestrahlt – damit keine Blüte stattfindet. Auf die Frage, wie er zu der Geschäftsidee gekommen ist, kommt nur ein kurzes "Jeder muss sich seine Nische suchen".

Die Nachfrage nach Hanfpflanzen sei groß, mittlerweile macht sein Unternehmen "Flowery Field" vier Millionen Euro Umsatz pro Jahr und beschäftigt etwa 35 Mitarbeiter – die meisten davon in der Produktionszentrale in Brunn am Gebirge südlich von Wien.

Alexander Kristen macht nicht den Eindruck, so naiv zu sein, um nicht zu wissen, dass nicht jeder seiner Kunden den Hanf als Zierpflanze zur Luftverbesserung ins Wohnzimmer stellt. Aussprechen wird er das nicht. Seit er das Unternehmen gegründet hat, gab es bereits vier Strafverfahren gegen ihn – nie wurde er verurteilt, weil ihm keine strafbaren Handlungen nachgewiesen werden konnten.

"Wir wollen den Hanfverkauf aus der Schmuddelecke holen. Es ist besser, wir verkaufen die Pflanzen, als wenn sie jemand illegal anbaut", sagt Kristen. Mit der Polizei, die doch schon des Öfteren vorbeigeschaut hat, habe er bestes Einvernehmen: "Wir haben nichts zu verheimlichen."

Gerne betont Kristen die positiven Wirkungen des Hanfs auf die Gesundheit: "Es ist kein Allheilmittel, aber für spezielle Anwendungen wie bei Multipler Sklerose oder Krebsleiden sehr hilfreich." In der Medizin wird Cannabis auch eingesetzt – für die Produktion hat die staatliche Agentur für Ernährungssicherheit (Ages) ein Monopol. Das ist Kristen ein Dorn im Auge, und daher hat er eine Klage beim Verfassungsgericht eingereicht. Das Monopol würde die Preise in die Höhe treiben und die Versorgung der Patienten könne nicht sichergestellt werden, argumentiert Kristen.

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Artikel Stefan Fröhlich 03. Mai 2016 - 00:04 Uhr
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