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Büromöbel-Markt schrumpft auf Niveau des Jahres 2000

EFERDING/LINZ. Marktverschiebung: Heimische Anbieter verlieren Marktanteile – Letzte Hürde für Ausländer ist teurer Direktvertrieb.

Büromöbel-Markt schrumpft auf Niveau des Jahres 2000

Andreas Kreutzer, Marktforscher Bild:

Allein in den vergangenen zwei Jahren ist die Nachfrage nach Büromöbeln in Österreich bereinigt um Preissteigerungen um 15 Prozent zurückgegangen, berichtet Andreas Kreutzer vom Marktforscher Kreutzer, Fischer & Partner. Mit einem Umsatzniveau von 221 Millionen Euro sei der zweitniedrigste Umsatz seit dem Jahr 2000 erreicht.

In diesem rückläufigen Umfeld freut sich der größte oberösterreichische Anbieter Hali über die von Bene geholte Marktführerschaft. Doch Kreutzer relativiert diesen Erfolg. Die heimischen Anbieter müssten aufpassen, dass ihnen nicht internationale Anbieter den Rang ablaufen würden.

"Mich erinnert die Situation an jene der Küchenmöbel-Bauer in den 1990er-Jahren. Da haben auch eine Handvoll Anbieter den Markt zu zwei Dritteln dominiert. Heute stehen sie für nicht einmal die Hälfte des Marktes, und zweitgrößter Anbieter ist mit Nobilia ein Deutscher", sagt Kreutzer.

Hali vor Bene und Neudörfer

Im Büromöbel-Markt stehen Hali (16 Prozent Marktanteil, plus einen Prozentpunkt), Bene (15 Prozent, minus eins), Neudörfler (13 Prozent, minus drei), Swoboda (unverändert neun Prozent), Wiesner Hager (unverändert sieben) und blaha (sechs Prozent Marktanteil) für zwei Drittel des Marktvolumens. Danach folgen die ausländischen Anbieter Steelcase, Vitra, Schäfer Shop und Ikea. Diese Top Ten stehen für 80 Prozent des Marktes. Seit 2008 haben die heimischen Anbieter sieben Prozentpunkte Marktanteil an die internationalen Konkurrenten verloren.

Dass einer der Möbelbauer aufgeben werde – wie bei den Küchenherstellern passiert –, glaubt Kreutzer dennoch nicht. Er fordert von den Anbietern einen Abschied von der "Produktions- zur Marktdenke". Die Branche habe es verabsäumt, Büromöbel eine Wichtigkeit zu geben. "Immerhin verbringen die Arbeitnehmer acht Stunden am Tag an ihrem Arbeitsplatz."

Kreutzer wies bei einer Pressekonferenz von Hali darauf hin, 70 Prozent des Büromöbel-Geschäfts seien Nachkaufinvestitionen. "Bei den Neuprojekten, die nicht einmal für ein Viertel des Umsatzes stehen, schlagen sich die großen vier die Schädel ein", sagt Kreutzer. Gerade in dieses Segment dränge die internationale Konkurrenz. Letzte entscheidende Markteintrittshürde sei das in Österreich übliche Direktvertriebssystem ohne Händler, sagt Kreutzer. Der Marktforscher warnt die heimischen Anbieter, den in einem sinkenden Markt sehr teuren Direktvertrieb aufzugeben.

Bei Hali schätzt man daher, man sei – vor dem Vorliegen aller Firmenbilanzen – der einzige heimische Anbieter, der zuletzt schwarze Zahlen geschrieben hat. Hali hat seit 2008 zehn Millionen Euro in die Automatisierung der Fertigung investiert – und sieht sich als Technologieführer. (sib)

 

Hali und der Büromöbelmarkt

1 Marktführer: Mit dem Zugewinn eines Prozentpunktes auf 16 Prozent Marktanteil ist Hali laut Kreutzer, Fischer & Partner Marktführer in Österreich. Hali hat in Österreich 36 Millionen Euro umgesetzt, das war ein Plus von fünf Prozent. Vor allem der Großauftrag ÖBB-Konzernzentrale und der Zuschlag der Bundesbeschaffungs GmbH, den Bedarf für Bundesgebäude zu liefern, fallen ins Gewicht.

2 Marktauftritt: Hali-Geschäftsführer Günther Marchtrenker sagt, die Differenzierung über das Produkt sei schwierig. Das Unternehmen mit 235 Mitarbeitern betont daher das Thema Nachhaltigkeit mit Maßnahmen zum Energiesparen, Lieferantenauswahl, papierlosem Vertrieb, Zertifizierungen. Als „blue office“-Anbieter wechselt Hali die Firmenfarbe von Rot auf Blau.

3 Pläne: Heuer will Hali den Umsatz von rund 43 Millionen Euro (inkl. Export, 15 Prozent) halten.

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Artikel 09. Juli 2015 - 00:04 Uhr
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