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Bauern fordern Hilfe von EU

LINZ/WIEN. Das vorjährige Hilfspaket der Europäischen Union wegen der gesunkenen Milch- und Schweinepreise sei in die falsche Richtung gegangen, sagt Oberösterreichs Kammerpräsident Franz Reisecker.

Bauern fordern Hilfe von EU

Hiegelsberger: "Werden das nicht durchhalten." Bild: (LKOÖ)

"Mit der Gießkanne hat es 70 bis 80 Euro pro Betriebe gegeben, das ist verpufft", sagte der Agrarpolitiker gestern bei einer Pressekonferenz, zusammen mit Landesrat Max Hiegelsberger.

Für den EU-Agrargipfel nächsten Montag liege die Forderung nach einem anderen Hilfspaket auf dem Tisch, das den Markt entlasten soll. Für eine freiwillige Lieferbeschränkung sollen die Milchbauern ein halbes Jahr eine Prämie erhalten. Das würde das Überangebot auf dem Markt nachhaltig drosseln. "Es geht nur um zwei bis drei Prozent Überproduktion, die den Preis ruinieren", so Reisecker. Jahrelang hätten alle Ökonomen zur Mehrproduktion geraten, weil die Bevölkerung global wachse – und mit dem Lebensstandard ihr Milch- und Fleischkonsum. "Natürlich haben unsere Bauern reagiert und investiert." Alle Prognosen seien nicht eingetreten; der Importboykott Russlands habe dann das Fass zum Überlaufen gebracht.

"Wenn sich diese Dramatik heuer fortsetzt, werden wir das nicht durchhalten und viele Betriebe verlieren", sagte Hiegelsberger. Das treffe in der Schweine- und Milchviehhaltung auch viele Lieferanten. Gefordert seien Handel und Konsumenten: "Wir brauchen Fairness bei den Preisen."

Die Abwärtsspirale werde auch von den Bauern angetrieben. Wegen der niedrigen Getreidepreise gebe es hochwertiges Futter, das die Leistungen steigere. Die Milchbauern sollten prüfen, ihre Kuhbestände zurückzufahren und mehr Milch an ihre Kälber verfüttern, forderte Reisecker: "Sie kaufen Trockenmilch zu, weil die so billig ist, und liefern ihre ganze Milch zur Molkerei, der Preis sinkt – eine verkehrte Welt." Erschwerend kommt hinzu, dass in dem zugekauften "Kälbertausche" Palmfett ist, eines der Grundübel des Preisverfalls.

Am schnellsten würde wirken, ein Einvernehmen mit Russland zu finden.

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Artikel (le) 09. März 2016 - 03:23 Uhr
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