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Alstom ließ Sprecher fallen - Die Mitarbeiter rächten sich

Alstom ließ Sprecher fallen Die Mitarbeiter rächten sich

Die Retter (v.l.): Johann Meindl, Erwin Raffeiner, Wolfgang Pfeiffer, Helmut Schabetsberger, Josef Wischt Bild: Martin Eder

„Am Faschingsdienstag hat das Management mit den 160 Mitarbeitern seine Arbeit aufgenommen“, erinnert sich der Techniker Erwin Raffeiner noch genau an den turbulenten Fasching des Jahres 2002. Zusammen mit vier Kollegen gelang es ihm, vom Alstom-Konzern die Fabrik für elektrische Steuerungstechnik in der Linzer Franckstraße zu übernehmen. Die Franzosen wollten sie schließen und 160 Arbeitsplätze streichen.

Gestern feierte die Sprecher Automation GmbH, die Raffeiner mit seinen vier Mitgesellschaftern aufbaute, zehnjähriges Bestehen. Gleichzeitig wurde das Jubiläum „100 Jahre Sprecher-Energietechnik in Linz“ begangen. Es geht dabei um einen wichtigen Baustein der Elektrifizierung Österreichs.

Mit Sprecher Automation wurde nämlich nicht nur ein Linzer Unternehmen gerettet, sondern unschätzbare elektrotechnische Kompetenz. Die Mitarbeiter rächten sich dafür, dass sie von Alstom fallen gelassen wurden: Sprecher ist heute ein kleiner, aber starker Konkurrent.

Die Linzer können aktuell ein einschneidendes Ereignis mitgestalten: die Energiewende. „Das ist ein kompletter Technikwechsel in der Netzinfrastruktur, und wir sind an der Schnittstelle“, sagt Raffeiner, Geschäftsführer für Vertrieb und Technik: „Unsere Leit- und Steuerungstechnik hat große Bandbreite, sie beherrscht die große 500-Kilovolt-Leitung in Russland ebenso wie die Einspeisung von Strom einer kleinen Photovoltaikanlage.“

Intelligente Netze gefragt

Strom aus Wind- und Solaranlagen braucht neue, intelligente Netze (Smart Grids) und Umspannwerke, die von Sprecher-Automatisierungstechnik gesteuert werden. Alle großen österreichischen und deutschen Stromversorger sind Sprecher-Kunden. Die Produkte werden aber in die ganze Welt geliefert. Wichtigster Zukunftsmarkt sei Russland, wo die E-Wirtschaft viele Stromautobahnen brauche, sagt Raffeiner.

Diese Sparte Sprecher-Control steht für mehr als die Hälfte des Umsatzes von zuletzt 44 Millionen Euro. 30 Prozent werden mit Stromversorgungsanlagen, vom Nieder- bis zum Hochspannungsbereich, erzielt, rund 15 Prozent mit Sensoren und Scannern für die Holzindustrie.

Im Geschäftsjahr 2011/12 (zum 31. März) stieg der Umsatz um 20 Prozent; heuer sollen es plus zehn Prozent werden. Die Gewinnmarge wird mit acht Prozent angegeben (Ebit). Der Exportanteil soll von derzeit 55 auf mehr als 70 Prozent steigen. Auslandstöchter gibt es in Deutschland, Polen und der Slowakei.

Mitarbeiter beteiligt

Knapp 80 Mitarbeiter sind, neben den fünf Gründern, am Unternehmen beteiligt. „Sie sind stille Gesellschafter und halten rund 25 Prozent. Alle paar Jahre bieten wir Beteiligungsaktionen an“, sagt der kaufmännische Geschäftsführer, Helmut Schabetsberger. Dass Sprecher die Energiewende mitgestalten kann, geht nicht ohne Innovation. Jeder fünfte Mitarbeiter arbeitet in der Entwicklung.

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Artikel (le) 20. Oktober 2012 - 00:04 Uhr
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