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Alpine nutzt den Ruf einer Weltmarke

WIEN/REGAU. Der Industrielle Michael Tojner will in Regau einen Metallurgiekonzern schaffen.

Alpine nutzt den Ruf einer Weltmarke

Bild: Wolfram Schroll

Seit acht Jahren sammelt der Wiener Investor Michael Tojner (48) in seiner Montana Tech Components AG (MTC) wachstumsstarke mittelständische Industrieunternehmen. Rund um die Tochter Alpine Metal Tech (AMT) in Regau entsteht nun eine Subholding, die gute alte österreichische Tradition fortsetzen soll.

Nicht zufällig habe er den Namen Alpine gewählt, sagt Tojner den OÖNachrichten: "Er steht weltweit für Metallurgie-Knowhow." Die Mutter MTC dagegen hat als prominentestes Kind den deutschen Batterieerzeuger Varta und ist stark als Luftfahrtzulieferer. Sie hat ihren Sitz in der Schweiz und hat 2013 mit 5000 Mitarbeitern an 61 Standorten weltweit 775 Millionen Euro umgesetzt. Die Milliarde Umsatz sei im Fokus, sagt der Konzernchef und Hauptaktionär.

Stahl erhält einen Lebenslauf

In Regau ist neben der Metallurgie-Subholding die operative Alpine Metal Tech angesiedelt. Sie erzeugt Maschinen zur Markierung und Identifikation von Stahl. Anhand der Markierung kann jederzeit der Lebenslauf einer Bramme oder eines Bleches überprüft werden. Das ist ein Qualitätsmerkmal auf einem Markt der Übermengen. Außerdem ist AMT Marktführer mit Automatisationsanlagen für die Fertigung von Alu-Rädern.

AMT hat in Regau 120 Mitarbeiter und 600 im Subkonzern. Die ausländischen Töchter, die von Regau aus gesteuert werden, sind führend im Sauerstoff-Stahlschnitt, bei Schienenprüf- und bei Stahlanlagen. Alle sind in technischen Nischen Weltmarktführer.

Wo sind die Synergien? Alle brauchen weltweit kundennahe Vertriebs- und Servicestützpunkte, und die rechnen sich gemeinsam, sagt Holding-Chef Andreas Pichler. Er kommt aus dem ehemaligen Industrieanlagenbau der voestalpine, zuletzt Siemens VAI.

Auch Tojner war interessiert, Teile der VAI zu übernehmen, als Siemens auf Partnersuche ging. Er sei aber nicht beleidigt, dass die Deutschen Mitsubishi erwählt haben. Derzeit habe in seinem Firmenreich nach vielen Zukäufen die Integration Vorrang: "Aber falls Mitsubishi für VAI einen Partner im Strangguss suchen würde, wären wir dabei", sagt Tojner.

Mit der Nischenpolitik sei seine Gruppe auch in schwierigen Zeiten gut unterwegs, sagt der Industrielle: "Die wirtschaftliche Lage ist nicht so dramatisch negativ, wie getan wird. Die EU steckt aber in Strukturreformen fest. Das wird sich nicht so schnell ändern."

Pensionsalter anheben

Dringender Reformbedarf herrsche in Österreich: " Es wird um den heißen Brei herumgeredet. Dabei gibt es einen einfachen Schritt: die Anhebung des tatsächlichen Pensionsalters auf deutsches Niveau, also um fünf Jahre." Millionär Tojner ist auch für Erbschafts- und Vermögenssteuern: "Sie müssen aber zweckgewidmet sein für eine Lohnsteuerreform und für Bildung und Universitäten. Die Unis brauchen mehr als eine Milliarde zusätzlich." Österreich habe noch eine "super Ausgangsposition". Wenn nichts geschehe, winke das Schicksal eines EU-Krisenlandes.

Michael Tojner: Von Stadt Haag an den Traunsee

Der Jugendliche: „Ich bin mit den Oberösterreichischen Nachrichten aufgewachsen“, sagt Michael Tojner. Das war in Stadt Haag. Geboren wurde er 1966 im Krankenhaus Steyr. Seine Mutter war Lehrerin, das unternehmerische Gen erbte er vom Vater, der einen Installationsbetrieb hatte.

Der Gründer: Kurz nach der Matura am Gymnasium Amstetten und parallel zum Studium in Wien startete er mit Eisständen vor dem Schloss Schönbrunn. Er war bei der Gründung des Wettanbieters bwin dabei und schuf 1998 Österreichs größte Private-Equity-Gesellschaft, Global Equity Partners, die rund 50 Hightech-Unternehmen auf die Beine half. Er entwickelte Immobilien und startete 2006 die Laufbahn als Industrieller, mit der Montana Tech Components (MTC), einer „schlanken Industrieholding“, die er von Wien aus steuert.

Der Oberösterreicher: Tojner hat beste Kontakte am Traunsee. Er ist mit einer Traunkirchnerin verheiratet und genießt mit den sechs Kindern die Erholung am See. Der Dr. jur und Dr. oec ist seit 1999 Lektor an der Wirtschaftsuniversität und publiziert auch.

 

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Artikel Josef Lehner 29. Oktober 2014 - 00:04 Uhr
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