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Österreich erspart sich 69 Milliarden Euro durch die EZB-Niedrigzinsen

WIEN. Durchschnittsverzinsung der Staatsschulden seit 2008 von 4,04 auf 2,23 Prozent gesunken.

Geld Geldscheine

(Symbolbild) Bild: APA

Noch nie musste die Republik Österreich so wenig für ihre Schulden zahlen wie im Vorjahr. Die Durchschnittsverzinsung für die 211 Milliarden Euro Finanzschulden betrug nur noch 2,23 Prozent. 2009 musste Österreich noch 4,04 Prozent zahlen. Das sagte gestern Markus Stix, Geschäftsführer der Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA), im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien.

Insgesamt ergibt sich daraus eine Ersparnis von 69 Milliarden Euro seit dem Jahr 2008. Diese enorme Summe enthält freilich auch die künftige Ersparnis für Bundesanleihen, die bereits ausgegeben wurden. Deren Zinssatz ändert sich nicht mehr. Das gilt auch für jene Anleihe mit einer Laufzeit von 100 Jahren, die 2017 begeben wurde.

Schulden sinken heuer

Die Finanzschulden des Bundes sind im Vorjahr noch von 211,2 auf 211,7 Milliarden Euro gestiegen. Heuer werde es wegen des geplanten Budgetüberschusses in der Höhe von 500 Millionen Euro zu einer Reduktion des absoluten Schuldenstandes kommen. "Das ist das erste Mal seit 1971", sagte Stix. Beim Abbau der Finanzschulden sei Österreich "auf absolut gutem Weg". Vorausgesetzt, die Konjunktur entwickle sich gut.

Die durchschnittliche Restlaufzeit der Finanzschulden ging im Vorjahr von zehn auf 9,8 Jahre zurück. 2017 stieg sie vor allem wegen der erstmaligen Emission der 100-jährigen Anleihe von zuvor 8,8 Jahren an. Die OeBFA ist bestrebt, die Laufzeiten möglichst lange zu halten, um so das derzeit niedrige Zinsniveau für die Zukunft zu sichern.



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Rund 50 Prozent der ausstehenden Finanzschulden – alle Laufzeiten bis 2024 – sind laut Stix negativ verzinst. Die Verzinsung reicht von minus 0,55 für sehr kurz Laufzeiten bis zu minus 0,08 Prozent für Laufzeiten bis 2024.

Die Nachfrage nach österreichischen Bundesanleihen lag im Vorjahr mit einer 2,6-fachen Überzeichnung auf dem höchsten Stand seit 2007. Die neue Regierung werde von den internationalen Investoren sehr gut aufgenommen. Geschätzt werde vor allem, dass konstruktiv gearbeitet werde. "Die FPÖ wird nicht mehr als die schlechte Partei gesehen", sagte Stix. Von Seite der Investoren gebe es jedenfalls keine Beschwerden.

Für heuer ist die Aufnahme von 30 bis 33 Milliarden Euro geplant. Das ist um rund 30 Prozent mehr als 2018. Den Anstieg erklärt Stix mit um acht Milliarden Euro höheren Tilgungen.

Auch wenn die Regierung beim Schuldenabbau auf gutem Weg sei, rechnet Stix nicht damit, dass Österreich wieder ein Triple-A-Rating bekommt. Die Schuldenquote lag Ende 2018 bei 74 Prozent und nicht – wie etwa in Deutschland – unter 60 Prozent. (hn)

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Artikel 12. Januar 2019 - 00:05 Uhr
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