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Luxus oder kluge Rechnung: Fliegen mit dem Privatjet

LINZ / HÖRSCHING. Zwei Airlines aus Hörsching fliegen gegen 481 Konkurrenten an.

GlobeAir aus Hörsching bekommt in den kommenden Tagen zwei zusätzliche Mustang Jets für ihre Flotte. Bild: Globeair

Zwei oberösterreichische Privatjet-Anbieter mischen am Markt für Bedarfsflieger in Europa mit. GlobeAir und Jetfly gehören den Eigentümern von Polytec beziehungsweise Keba und sind europaweit im Einsatz.

"Es kostet kein Vermögen, mit einem Privatjet zu fliegen. Oft ist es für Manager sogar günstiger, als mit einer Linienmaschine", sagt Herbert Anzengruber, Chef von Jetfly in Hörsching. Man spare (Warte-)Zeit und damit Geld. Seit der Wirtschaftskrise 2008 sei der Markt aber in Verruf geraten. "Davon hat er sich bis heute nicht erholt", sagt Anzengruber. Ein Flugstunde mit der achtsitzigen Cessna kostet ab 3000 Euro. Im Notfall ist das Flugzeug in einer halben Stunde startbereit.

Das Unternehmen wurde vor 23 Jahren von Keba-Co-Gründer Karl Kletzmaier, einem leidenschaftlichen Piloten, gegründet. Die Airline betreibt zwei achtsitzige Cessna, beschäftigt elf Mitarbeiter und setzte im Vorjahr erneut 3,6 Millionen Euro um. "Als Ergebnis eine schwarze Null zu schreiben, ist jedes Mal ein Kampf", so der Airline-Chef. Die Flugzeuge sind zwischen 400 und 450 Stunden in der Luft. Bei 450 Stunden liegt der Break Even einer Cessna.

Jetfly hat während des Sommers eine Maschine in Nizza stationiert. Dort werden Schauspieler, Fußballer und andere Prominente zu ihren Terminen geflogen. Diskretion ist dabei sehr wichtig. Das sagt auch Bernhard Fragner, Chef von GlobeAir, ebenfalls in Hörsching stationiert. Die Airline gehört mehrheitlich Friedrich Huemer, dem Gründer des Automobilzulieferers Polytec.

GlobeAir betreibt eine Flotte, die aus 18 Mustang Jets besteht, für maximal vier Passagiere. Noch im Februar kommen zwei weitere Jets dazu. Damit gehört das Hörschinger Unternehmen in einer extrem zersplitterten Branche europaweit zu den Top Drei. Insgesamt fliegen 483 Airlines in Europa im Segment für Bedarfsflieger.

GlobeAir hat ihre Maschinen in ganz Europa stationiert, unter anderem in Großbritannien. Fragner geht davon aus, dass im Falle eines ungeordneten Brexits acht Prozent des Umsatzes wegbrechen. Das ist jener Teil, den die Hörschinger mit Inlandsflügen innerhalb von Großbritannien erzielen. Zum Vergleich: Der wichtige Markt ab Linz macht 4,6 Prozent des Umsatzes aus. Die Flugzeuge der GlobeAir sind durchschnittlich 630 Stunden in der Luft.

Piloten dringend gesucht

GlobeAir hat im Vorjahr 28,7 Millionen Euro (2017: 25,1 Millionen Euro) umgesetzt. Der Gewinn lag bei 500.000 Euro, so Fragner. 122 Mitarbeiter werden beschäftigt. Und zusätzliche Piloten werden dringend gesucht.

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Artikel Andreas Kremsner 12. Februar 2019 - 00:04 Uhr
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