Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Mittwoch, 27. März 2019, 03:19 Uhr

Linz: 6°C Ort wählen »
 
Mittwoch, 27. März 2019, 03:19 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Wirtschaft

Handel muss auf Online-Hilfe warten

WIEN. Einzelhandel: Mit einer Räuberleiter der Bundesregierung kommt der heimische Handel auf Augenhöhe zu Amazon & Co, doch die Gefahr bleibt.

Handel muss auf Online-Hilfe warten

Alarm für Handel: Paketrekord Bild: Post AG

Die österreichischen Kaufleute haben im Weihnachtsgeschäft gegenüber dem Online-Handel erneut eine Schlappe erlitten. Die Wirtschaftskammer hat noch im Dezember ein Umsatzminus von rund einem Prozent konzediert, während der digitale Mitbewerb plus fünf Prozent in den Büchern haben dürfte. Haben die Österreicher zuletzt um rund 70 Milliarden Euro im Handel eingekauft (ohne Kfz), dann fließt bereits jeder zehnte über Internet-Plattformen, jeder fünfte oder mehr als 3,5 Milliarden Euro ins Ausland.

Das Bedrohungspotenzial für die stationären Händler und mehr als 330.000 Arbeitsplätze in Österreich zeigt sich an den Erfolgsmeldungen der Paketdienstleister. Die Österreichische Post AG hat 2018 einen neuen Rekord von 108 Millionen Paketen erzielt – ein Plus von elf Prozent gegenüber 2017, obwohl Amazon nahe Wien sein erstes eigenes Verteilzentrum eröffnet und regionale Zusteller verpflichtet hat. Die Post AG rechnet bis 2022 mit einem Paketpotenzial von 330 Millionen Stück (plus 50 Prozent); 130 Millionen davon dürften aus dem Ausland kommen statt derzeit 70, sagte Post-Logistikchef Peter Umundum kürzlich bei einer Tagung. Die Wachstumsdynamik hat als Hauptursache: Der Anteil der Online-Käufer unter den Österreichern hat sich in zehn Jahren auf 62 Prozent verdoppelt und wird weiter wachsen.

Handelsvertreter kritisieren seit Jahren die Privilegien der ausländischen Online-Versender. Die Bundesregierung will sie beheben, aber erst ab 2020. Bisher fällt für Pakete aus Drittstaaten erst Umsatzsteuer an, wenn der Warenwert 22 Euro übersteigt. Künftig soll das ab dem ersten Cent der Fall sein. Bislang sollen viele Anbieter beim Wert ihrer Ware schummeln, um einen Steuervorteil zu genießen.

Zoll muss aufrüsten

Aus China kommen 560 Millionen Pakete im Jahr in die EU, 97 Prozent von ihnen ohne Zoll und Mehrwertsteuer. Österreich beende diesen "ruinösen Wettbewerb" ein Jahr früher als die EU, lobt Iris Thalbauer von der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer. Aus Kontrollgründen sei dazu die Zollbehörde rechtzeitig auszubauen. (le)

Kommentare anzeigen »
Artikel 12. Januar 2019 - 00:04 Uhr
Mehr Wirtschaft

Nach harten Kontroversen: Die EU verschärft das Urheberrecht im Netz

Geistiges Eigentum soll im Internet besser geschützt und bezahlt werden.

Große Bühne für sehr gute Architektur

Gala in den Promenaden Galerien: Architekturpreis Daidalos geht an Bauten in Steyr, Unterach und Linz Die ...

ÖBB: Eine Viertelmilliarde Euro für Oberösterreich

LINZ. Investitionen: Die Bundesbahnen modernisieren und erweitern heuer ihre Bahninfrastruktur im Land um ...

T-Mobile startet schnelles Internet in 17 Gemeinden

WIEN. Bei den heimischen Mobilfunkbetreibern dreht sich derzeit alles um 5G.

Buwog: Ex-Topbeamte widersprechen einander

WIEN. Josef Mantler und Ex-Kabinettschef Heinrich Traumüller wurden zu entscheidender Sitzung befragt.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS