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BMW streicht eine Schicht im Motorenwerk Steyr

Die Drosselung der Produktion würde zuerst die Leiharbeiter treffen – AMS-Frühwarnsystem müsste bald aktiviert werden

Die Belegschaft bei BMW Steyr ist wegen der schwachen Nachfrage nach Diesel-Pkw verunsichert. Bild: (BMW Steyr)

Das BMW-Motorenwerk in Steyr rühmt sich seiner hohen Produktionsflexibilität. Die vielen Arbeits- und Schichtmodelle machten gerade in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres möglich, dass die gesunkene Nachfrage nach Dieselantrieben mit mehr Benzinmotoren ganz gut kompensiert werden konnte. Im 2018er Jahr habe man das gut auffangen können, heißt es aus dem Werk. Dies auch, weil die 4500 Beschäftigten erstmals in der Werksgeschichte zu Weihnachten drei statt zwei Wochen pausiert haben.

Doch jetzt reicht selbst die hohe Flexibilität nicht mehr: Ab der Kalenderwoche neun – nach den oberösterreichischen Semesterferien – wird an einem Montageband eine Schicht heraus genommen. Statt dreischichtig wird also in zwei Schichten gearbeitet. Eine entsprechende Anfrage hat Geschäftsführer Christoph Schröder gestern den OÖN bestätigt. Über die Auswirkungen dieser Kapazitätsreduktion auf das Personal gab es gestern hingegen keine Auskunft.

"Andere Montagebänder haben erhöhten Personalbedarf", heißt es. Dem Vernehmen nach würden Verlagerungen aus anderen Motorenwerken geprüft. Vier gibt es im Konzern: Hams Hall in England, eines in Shenyang in China, am Stammsitz in München und eben das Werk in Steyr – ursprünglich als einziger Dieselmotorenstandort errichtet.

Infrage kommen dürften Verlagerungen aus dem 2016 eröffneten Werk in China, wo Drei- und Vier-Zylinder-Benzinmotoren hergestellt werden. Dies könnte die Auswirkungen auf Steyr dämpfen. Davon geht auch Betriebsratsvorsitzender Andreas Brich aus: "Die weltweite Programmplanung ist gefordert."

Weil BMW in Steyr traditionell einen hohen Leiharbeiteranteil hat – aktuell rund 25 Prozent – werden zuerst sogenannte Überlassungsverträge mit Personalverleihern gekündigt. Insider berichten, dass sich auf dieser Seite "etwas anbahnt". Sprich, dass Leasingfirmen von BMW zurückgestellte Arbeiter ihrerseits kündigen müssen.

Sind mehr als 20 Mitarbeiter bei einer Firma betroffen, ist vier Wochen vor dem Kündigungstermin das Arbeitsmarktservice per Frühwarnung zu informieren. Das könnte Anfang kommender Woche der Fall sein.

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Artikel Sigrid Brandstätter 26. Januar 2019 - 00:04 Uhr
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