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Autozulieferer Nemak wird in Linz eine Schicht streichen

LINZ. Hauptkunde BMW in Steyr fragt weniger Alu-Zylinderköpfe nach.

Autozulieferer Nemak wird in Linz eine Schicht streichen

Höchste Präzision ist bei Guss und Bearbeitung der Zylinderköpfe gefragt, hier die sogenannte Kernfertigung. Bild: (Nemak)

Aus jetziger Sicht wird es im Juni so weit sein: Der Autozulieferer Nemak bereitet das Streichen einer Schicht im Werk Linz vor. Davon betroffen sind rund 40 der 520 Mitarbeiter, bestätigt Geschäftsführer André Gröschel.

Der Fertiger von Zylinderköpfen aus Aluminium bekommt die Verunsicherung auf dem Neuwagenmarkt (Stichwort: Dieselfahrverbote) zu spüren. Mit Abstand größter Kunde ist das BMW-Motorenwerk in Steyr. Dort wurde – wie berichtet – an einem Fertigungsband eine Produktionsschicht herausgenommen. Während man in Steyr davon ausgeht, dass neue Motorengenerationen ab Sommer die Kapazitäten wieder füllen werden, kann Gröschel darauf nicht hoffen: "Da kommt bei uns nichts nach."

Den Nachfragerückgang, der seit der zweiten Hälfte des Vorjahres spürbar ist, hat Nemak anfangs mit der Rückgabe von Leasingpersonal an den jeweiligen Überlasser ausgeglichen. Etwa 40 Personen waren davon betroffen. Dazu wurden und werden laufend Zeitguthaben und Urlaube verbraucht. Diese Kapazitätspuffer sind nun aufgebraucht. Daher laufen die Vorbereitungen für die Schichtreduktion ab Juni. Von dieser ist Stammpersonal betroffen. Gröschel sagt, die Stellenstreichungen sollen möglichst sozial verträglich durchgeführt werden.

Bekannt als Mandl & Berger

Das Nemak-Werk in Linz war bis 2002 Mandl & Berger. Danach war die norwegische Hydro Aluminium-Gruppe der Eigentümer. Seit 2007 ist der Standort in der Zeppelinstraße Teil der Nemak mit Zentrale in Mexiko. Das Werk könnte 1,3 Millionen Zylinderköpfe pro Jahr erzeugen. Im Vorjahr waren es eine Million Stück. Für das laufende Jahr geht Gröschel von "leicht unter einer Million Stück" aus.

37 Standorte weltweit – davon einige in Osteuropa – gehören zur Nemak. Um sich im konzerninternen Wettbewerb (wo wird was produziert) bestmöglich zu positionieren, sind weitere Kostensenkungen nötig. Dazu könnte auch ein freiwilliger Lohnverzicht von 3,15 Prozent gehören. Für Gröschel ist das eine von mehreren Möglichkeiten. "Das könnte auf Sicht ein Thema sein. Wenn die Lohnkosten für den Zuschlag eines Auftrags das Zünglein sein würden." Die Produktionsgewerkschaft lehnt einen Lohnverzicht ab, der Betriebsrat ist gesprächsbereit.

Gröschel will auch Effizienzsteigerungen und technische Innovationen forcieren. Dabei hat das Linzer Werk gute Voraussetzungen: Denn das im Vorjahr erweiterte Entwicklungszentrum arbeitet nicht nur für Linz, sondern für alle Werke. Dabei geht es auch um Strukturteile für Karosserien. "Erste kleine Serien wird man dort erzeugen, wo auch entwickelt wird. Insofern ist mir um den Standort nicht bang." Eine erste entsprechende Anlage steht bereits in Linz.

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Artikel Sigrid Brandstätter 16. April 2019 - 00:04 Uhr
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