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Verfall von Lira, Peso und Rupie weckt Sorge vor weltweiter Währungskrise

ANKARA. Kurssturz der türkischen Lira reißt andere Schwellenländer wie Argentinien und Indien mit in die Tiefe – Erdogan erhöht Steuern auf Guthaben in ausländischer Währung.

Verfall von Lira, Peso und Rupie weckt Sorge vor weltweiter Währungskrise

Die Lage in Argentinien ist prekär: Die Landeswährung Peso büßte seit Jahresbeginn rund 54 Prozent an Wert gegenüber dem US-Dollar ein. Bild: AFP

Die Angst vor einer globalen Währungskrise wächst. Im Sog des Verfalls der türkischen Lira rutschen Währungen anderer Länder in den Keller. Argentinien, Indien und Indonesien drohen durch Wertverluste ihrer Landeswährungen Rezessionen oder sogar Finanzierungskrisen.

Die Lira hat seit Jahresbeginn mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Dollar eingebüßt. Die Regierung will nun gegensteuern. Gestern, Freitag, hat die Türkei die Steuern auf Guthaben in ausländischer Währung erhöht, um die eigene Währung zu stützen. Die Quellensteuer auf Einlagen in ausländischer Währung von bis zu sechs Monaten wurde von 18 auf 20 Prozent angehoben. Die Steuern auf Einlagen von bis zu einem Jahr stiegen von 15 auf 20 Prozent.

Anders sieht es bei der Quellensteuer auf Einlagen in Lira aus: Diese wurde bei Einlagen von bis zu sechs Monaten von 15 auf fünf Prozent gesenkt, bei Einlagen von mehr als einem Jahr von zehn auf null Prozent.

Erdogan lehnt höhere Zinsen ab

Mit den Änderungen soll die Anlage von Lira für türkische Sparer und Firmen attraktiver werden. Die Regierung drängt darauf, dass Türken ihre Devisen in Lira umtauschen. Ökonomen zufolge wäre allerdings eine Zinserhöhung hilfreicher. Präsident Recep Tayyip Erdogan sagt aber, Zinsen seien "Instrumente der Ausbeutung".

Nicht weniger ernst ist die Lage in Argentinien. Die Landeswährung Peso verlor seit Jahresbeginn rund 54 Prozent an Wert. Dafür gibt es viele Gründe: Im April ließ eine Dürre die Agrarproduktion und somit Exporterlöse einbrechen. Die Energiepreise zogen an, zur gleichen Zeit stiegen in den USA die Zinsen. Dies und mehr als 200 Milliarden Dollar (171 Milliarden Euro) Schulden im Ausland führten zur prekären Lage.

Argentinien hob den Leitzins für einwöchiges Zentralbankgeld von 15 auf 60 Prozent an. Zudem bat die Regierung den Internationalen Währungsfonds erneut um Hilfe. Ein Hilfspaket um 50 Milliarden US-Dollar soll schneller als geplant ausbezahlt werden.

Sorgen gibt es auch in Indien und Indonesien. Die indische Rupie erreichte ein Rekordtief. Für einen US-Dollar müssen 71 Rupien gezahlt werden. Die indonesische Währung Rupiah fiel auf das Niveau von 1998, als sich das Land in einer massiven Finanzkrise befand.

Gelassener betrachtet Raiffeisenlandesbank-General Heinrich Schaller die Situation: "Mir bereitet diese Entwicklung noch keine Sorgen. Wir müssen sie aber genau beobachten." Als Auslöser sieht Schaller die Meldungen über internationale Handelskriege: "Derzeit sind sehr starke nationale Interessen im Spiel, und das schadet den schwächeren Ländern. Da ziehen sich dann Investoren zurück."

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Artikel 01. September 2018 - 00:04 Uhr
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