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Streit um Lebensmittel-Standards

WIEN/SALZBURG. Spar-Chef kritisiert EU-Plan, dem Handel strengere Vorschriften zu verbieten.

Spar-Chef Gerhard Drexel Bild: (Volker Weihbold)

Spar-Chef Gerhard Drexel hat am Donnerstag scharfe Kritik am Richtlinien-Vorhaben gegen unfaire Handelspraktiken in der Lebensmittellieferkette geübt. Das Vorhaben hat kürzlich den Landwirtschaftsausschuss des EU-Parlaments passiert. Der Inhalt: Handelsketten sollen bei Eigenmarken von ihren Produzenten nur noch gesetzliche Mindeststandards verlangen dürfen.

Drexel bezeichnete die Pläne gestern im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien als "unfassbar": Händler könnten den Bauern und Produzenten ihrer Eigenmarken dann keine höheren Standards beim Tierschutz oder Pestizideinsatz mehr vorschreiben. Oberösterreichs Umwelt-Landesrat Rudi Anschober (Grüne) sprach von einem "absurden Rückschritt".

Drexel forderte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) auf, diesen Teil der Richtlinie zu verhindern. "Es handelt sich um eine Forderung des Landwirtschaftsausschusses des EU-Parlaments. Es darf keinen Eingriff in bestehende Verträge geben", so die Ministerin.

Bauernvertreter kämpfen seit Jahren gegen diese vom Gesetz abweichenden Standards; jeder Handelskonzern habe bereits eine Vielzahl von ihnen, weshalb der Überblick schwierig werde. Auch Lebensmittelerzeuger üben Kritik.

Der Eigenmarkenanteil bei Spar liegt bei 45 Prozent (2,56 Milliarden Euro). 2005 hat der Konzern damit erst 790 Millionen Euro umgesetzt.

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Artikel 12. Oktober 2018 - 00:04 Uhr
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