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Schwere Geschütze und Klagen gegen Glücksspiel-Mafia in Oberösterreich

LINZ. Legaler Anbieter Admiral klagt illegale Konkurrenz und will eigenes Image polieren.

Schwere Geschütze und Klagen gegen Glücksspiel-Mafia in Oberösterreich

Das Automaten-Glücksspiel ist in Oberösterreich und vier anderen Bundesländern streng geregelt, im übrigen Bundesgebiet ist es verboten. Bild: dpa/Daniel Bockwoldt

Wer in Oberösterreich an einem Spielautomaten spielen will, muss sich dafür beim Betreiber registrieren lassen und darf maximal drei Stunden pro Tag spielen. Das sieht das restriktive oberösterreichische Glücksspielgesetz vor. Es soll verhindern, dass Menschen spielsüchtig werden und dass Spielsüchtige erst gar nicht an die Automaten dürfen. "Das ist ein gutes Gesetz, denn Glücksspiel ist nur dann sinnvoll, wenn es streng geregelt ist. In der Praxis gehen aber jene, die bei uns abgewiesen werden, zu den illegalen Anbietern", sagt Monika Racek, Vorsitzende der Novomatic-Gesellschaft Admiral, die neben zwei anderen Anbietern die Lizenz für Spielautomaten in Oberösterreich bis zum Jahr 2023 innehat und 363 Automaten betreibt.

Den illegalen Betreibern den Garaus zu machen, erweist sich allerdings als gar nicht einfach. 355 Automaten an 63 Standorten sind derzeit laut Experten-Recherche in Oberösterreich in Betrieb. Ein illegaler Automat wirft im Monat rund 10.000 Euro Umsatz steuerfrei ab.

Admiral hat 380 Anzeigen gegen illegale Betreiber eingebracht, klagt regelmäßig wegen unlauteren Wettbewerbs gegen die illegale Konkurrenz und gewinnt die Prozesse auch. Das begrüßt der für das Glücksspiel zuständige Landesrat Elmar Podgorschek (FP) grundsätzlich, räumt aber ein, dass eine Gesetzeslücke das konsequente Vorgehen der Behörden gegen die illegalen Betreiber vorerst noch erschwert. "Wir können zwar einen Betrieb zusperren. Aber am nächsten Tag sperrt dieser mit neuem Namen, neuem Geschäftsführer und neuen Geräten wieder auf", sagt Podgorschek. Daher sei es höchste Zeit, dass im Nationalrat eine Novelle zum Bundesgesetz beschlossen werde, damit das endgültige Schließen eines Standorts erleichtert wird. "Das Gesetz ist schon in der Pipeline. Ich gehe davon aus, dass das Anfang nächsten Jahres passiert", sagt Podgorschek.

Admiral, das seit 1991 Automaten betreibt, will nach Klagen von ehemaligen Kunden, die spielsüchtig wurden, sein Image glaubwürdig verbessern. "Wir überprüfen jeden Kunden auf Bonität und arbeiten daran, dass es auch biometrische Überprüfungen beim Automateneinstieg gibt. Es soll niemand spielen, der es sich nicht leisten kann oder schon einmal Probleme hatte", sagt Admiral-Vorstandschefin Racek.

Teil von Novomatic

Admiral gehört zum Novomatic-Konzern, der 1980 von Johann Graf in Niederösterreich gegründet worden ist, Automaten selbst produziert, aber auch betreibt, insgesamt 3300 Mitarbeiter beschäftigt und Tochterfirmen in 50 Ländern unterhält.

Die Gesellschaft ist für den Betrieb der Automaten und Sportcafés zuständig, in denen auch Sportwetten angeboten werden. In fünf Bundesländern ist das kleine Glücksspiel legal. Dort hat Admiral auch entsprechende Lizenzen. Admiral Österreich hat 1500 Mitarbeiter.

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Artikel Dietmar Mascher 18. Dezember 2018 - 00:04 Uhr
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