Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Samstag, 17. November 2018, 19:55 Uhr

Linz: 3°C Ort wählen »
 
Samstag, 17. November 2018, 19:55 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Wirtschaft

Schweizer Bahn fährt an der Kapazitätsgrenze

Mehr als eine Million Schweizer nutzen täglich den Zug – bei 8,4 Millionen Einwohnern.

Mehr als eine Million Schweizer nutzen täglich den Zug. Bild: OÖN

"Der Kluge reist im Zuge": Dieses Motto der "Schweizerischen Bundesbahnen" (SBB) nehmen die Eidgenossen wörtlich. Mit 2277 Bahnkilometern je Einwohner sind die Schweizer Weltmeister. Im Schnitt fahren täglich mehr als eine Million Schweizer mit dem Zug – bei 8,4 Millionen Einwohnern.

Die ungebremste Anziehungskraft der Eisenbahn hat mehrere Gründe. So sind die SBB ein wichtiger Identifikationsträger der Eidgenossen. Zudem gibt es ein attraktives Angebot, einen vernetzten Taktplan, gute Anschlüsse, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, hervorragendes Störungsmanagement, motiviertes Personal, moderne Zuggarnituren und ein durchgehendes Tarifsystem.

Der Erfolg stellt aber gleichzeitig eine enorme Belastung für die SBB dar, denn die Eisenbahn wird Opfer ihres eigenen Erfolges. Die Züge sind auf manchen Strecken in den Stoßzeiten so voll, dass nicht mehr jeder mitfahren kann. Dabei werden häufig schon Doppelstock-Waggons eingesetzt.

"Es ist spürbar enger geworden", sagte Gregor Saladin, Sprecher des Bundesamtes für Verkehr (BAV), im Gespräch mit österreichischen Journalisten in der SBB-Betriebszentrale Mitte in Olten. "An manchen Tagen ist es so, dass nicht mehr alle Passagiere einsteigen dürfen."



PDF Datei (3.17 MBytes.)

Zürich–Bern hauptbetroffen

Stark betroffen sei etwa die Strecke Zürich–Bern. Auf die Frage, ob die Züge tatsächlich bereits zu voll seien, antwortete Saladin: "Wir sagen Nein, die Passagiere sagen Ja. Wir haben einen halben Quadratmeter pro Passagier definiert – aber ob das auf einer längeren Strecke ausreicht, ist fraglich."

Aus Sicht der SBB sei die größte Herausforderung, den Mischbetrieb zu managen, sagte Thomas Wirz, der Leiter der SBB-Betriebszentrale in Olten. "Wir haben zwischen Zürich und Bern jede halbe Stunde einen Schnellzug, in den Hauptverkehrszeiten alle 15 Minuten. Und dazwischen fahren langsamere Güterzüge und Schnellbahnen." Entscheidend dabei ist laut Wirz, "möglichst viel Tonnage auf der Schiene durchzubringen – ohne den Personenverkehr zu beeinträchtigen".

Dynamische Signalgebung

Eine Möglichkeit, die Kapazitäten noch zu erhöhen, sieht SBB-Manager Wirz in der dynamischen Signalgebung: "Man kann mit mobilen statt fixen Signalen noch etwas herausholen. Aber irgendwann ist das auch ausgereizt."

Ein weiterer, massiver Ausbau der Bahninfrastruktur ist daher unerlässlich, denn laut Prognosen des Bundesamtes für Verkehr werden der öffentliche Personenverkehr bis 2040 um 41 und der Schienen-Güterverkehr um 45 Prozent wachsen. "Ein weiterer Ausbau ist zwingend", sagte BAV-Sprecher Saladin. Im Zuge des Projektes "Ausbau 2035" werde man daher 35 Milliarden Franken (29,6 Milliarden Euro) in die Bahninfrastruktur investieren.

Kommentare anzeigen »
Artikel Clemens Schuhmann aus Olten 07. Mai 2018 - 00:04 Uhr
Mehr Wirtschaft

"Die Gymnasien produzieren oft am Markt vorbei"

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck über Fachkräftemangel, Donaubrücke und das Bedauern über das ...

Wer versichert die Oberösterreicher von wo aus?

Während die einen ihre Landesdirektionen zusammenlegen, schwören die anderen auf dezentrale Strukturen.

Uni Linz: "Das Marketing-Institut liegt seit langem im Argen"

Der Neustart nach Gerhard Wührer dauert vielen Wirtschaftsvertretern viel zu lange.

Skandal um Milliardenfonds erschüttert Goldman Sachs

NEW YORK. Wall-Street-Bank kämpft um den Ruf, Verdächtiger auf der Flucht.

Streit vor neuem Kammer-Budget

LINZ. Neos-Wirtschaftsvertreter will Wirtschaftskammer vom Rechnungshof prüfen lassen.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS