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Sammelt auch Müller Krankenakten?

MÜNCHEN. Die deutsche Drogeriekette Müller erfasst laut einem Bericht illegal die Krankheitsdaten ihrer Mitarbeiter. Der "Süddeutschen Zeitung" liegt ein Formular mit der Überschrift "Krankenrückkehrgespräch" vor, mit dem Beschäftigte Auskunft geben müssen, wie das Blatt berichtete. Wer wegen Krankheit fehle, werde nach seiner Rückkehr zum Gespräch mit den Vorgesetzten gebeten, zitierte die Zeitung einen Mitarbeiter, der aus Angst um seinen Arbeitsplatz seinen Namen nicht nennen wolle.

Der Fragebogen werde gemeinsam ausgefüllt und von beiden Gesprächsteilnehmern unterzeichnet. Unter anderem soll der Mitarbeiter dem Bericht zufolge Auskunft geben, ob er wegen "derselben Ursache im laufenden Kalenderjahr bereits krank gewesen" oder "die Genesung vollständig abgeschlossen" sei.

Die Müller-Geschäftsführung habe Anfragen zu den Krankenrückkehrgesprächen am Freitag unbeantwortet gelassen, schrieb die Zeitung. Müller beschäftige 18.000 Mitarbeiter.

"Solche Fragebögen sind illegal", wurde Rainer Dacke von der Gewerkschaft ver.di zitiert. Woran ein Beschäftigter leide und ob er wieder vollständig gesund sei, gehe den Arbeitgeber grundsätzlich nichts an. Dacke liegen laut dem Blatt Hinweise von Mitarbeitern vor, wonach solche Gespräche zum Krankheitsverlauf bei der Drogeriekette üblich seien. "Viele der Betroffenen trauen sich nicht, solche Auskünfte zu verweigern, obwohl sie wissen, dass dies gesetzlich nicht zulässig ist", sagte Dacke.

Das gezielte Ausforschen und Sammeln von Krankendaten sei im Handel weit verbreitet. Auch beim Müller-Konkurrenten Schlecker führten leitende Angestellte Buch über die Krankheiten ihrer Untergebenen, sagte Dacke laut der Zeitung.

Zuletzt war bekanntgeworden, dass das Mercedes-Werk in Bremen und der Discounter Lidl illegal Krankheitsdaten sammelten.
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Artikel 18. April 2009 - 11:12 Uhr
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