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Pensionen: "Staat ist an der Belastbarkeitsgrenze"

WIEN. Altersvorsorge: Private und betriebliche Pensionsvorsorge sollen das staatliche System ergänzen und nicht ersetzen.

Pension

Thema Pensionen Bild: APA

In Österreich dominiert bei der Altersvorsorge das staatliche Umlagesystem. Von den 45,9 Milliarden Euro, die im Vorjahr für die Altersvorsorge aufgewendet wurden, flossen 38,4 Milliarden Euro in das staatliche System, zeigt eine gestern veröffentlichte Studie des Wirtschaftsforschungsinstitutes Eco Austria (siehe Grafik).

Mit dieser Dominanz des staatlichen Systems sei Österreich im europäischen Vergleich zwar nicht einzigartig, aber doch ein "Ausreißer", sagte Ulrich Schuh, Studienautor und Vorstand von Eco Austria, im Gespräch mit den OÖNachrichten. Das österreichische System verlange hohe Beiträge von den Versicherten, biete aber auch hohe Pensionsleistungen, sagte Schuh.

Diese seien aber wegen der demografischen Entwicklung in Gefahr. Was die Altersvorsorge angehe, "ist der Staat an seiner Leistungsgrenze angelangt", sagte Schuh. Das zeige auch die derzeitige Diskussion über den Staatshaushalt.

Es gehe aber keineswegs darum, das staatliche System schlechtzureden, die so genannte erste Säule bei der Altersvorsorge, das staatliche Umlagesystem, werde weiterhin dominieren. "Es geht darum, die Bevölkerung zu sensibilisieren. Jüngere müssen sich auf eine spürbare Senkung des Leistungsniveaus einstellen", sagte Schuh. Um im Alter einen entsprechenden Lebensstandard halten zu können, müsse auch privat vorgesorgt werden.

Eine umfassende und konsistente Strategie für die Altersvorsorge unter Berücksichtigung aller drei Säulen (staatlich, betrieblich und privat) fehle und müsse entwickelt werden, sagte Schuh. Sich nur auf eine Säule zu konzentrieren, sei eine "sehr gefährliche Strategie".

Es sei absehbar, dass die Bedeutung der kapitalgedeckten Altersvorsorge als Ergänzung zum Umlagesystem deutlich steigen müsse. Für den Fachverband der Pensionskassen sind 60 Prozent staatlich, 25 Prozent betrieblich und 15 Prozent privat eine realistische Variante. Wenn man heute beginne, könnte dies in 15 bis 20 Jahren erreicht sein, sagte der Fachverbandsobmann Andreas Zakostelsky bei dem gestrigen Pressegespräch.



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Um der privaten und betrieblichen Vorsorge auf die Sprünge zu helfen, wäre die Verwirklichung des so genannten EET-Systems bei der kapitalgedeckten Vorsorge, also der Steuerfreiheit für Beiträge und Kapitalbildung und Besteuerung erst bei der Pensionsauszahlung, wichtig. Wirtschaftskammer-Vizepräsident Richard Schenz kritisierte bei der gestrigen Pressekonferenz Stimmen, die meinten, dass ein kapitalgedecktes System "ein Werk des Teufels" sei. Man sollte aber das Problem nicht verdrängen.

ÖGB-Präsident Erich Foglar sagte gestern im Klub der Wirtschaftspublizisten, dass das staatliche Pensionssystem ganz bewusst schlechtgeredet werde, um der privaten Vorsorge Aufschwung zu verleihen. (hn)

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Artikel 13. November 2013 - 00:04 Uhr
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