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OMV: Was macht ein Ölkonzern, wenn die Benzin-Nachfrage sinkt?

LONDON. Österreichs größter Industriekonzern investiert 25 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025

Die OMV will bis 2025 fünf Milliarden Euro investieren. Bild: Reuters

„Weniger Öl, mehr Gas.“ So lässt sich die Wandlung umschreiben, die Österreichs größter Energiekonzern OMV bis 2025 anstrebt. Die Rahmenbedingungen legen das nahe. Der weltweite Energieverbrauch wird bis 2030 um 16 Prozent steigen, erwartet die Internationale Energieagentur. Die stärksten Wachstumsraten weisen zwar die erneuerbaren Energieträger auf, Öl und Gas werden aber weiterhin 50 Prozent der Nachfrage ausmachen.

In Europa werde nicht nur die Kohle unter Druck geraten, sondern auch das Öl, sagte OMV-Generaldirektor Rainer Seele vor internationalen Medien und Analysten in London bei der Präsentation der „Strategie 2025“, mit der der Konzern wettbewerbsfähig bleiben will. Die Nachfrage nach Treibstoff werde in Europa sinken. Die Folge: Die OMV wird sich einerseits mehr auf Gas konzentrieren und vor allem in Europa in diesem Bereich wachsen. Erdöl soll dagegen stärker zu Flugbenzin und petrochemischen Produkten verarbeitet werden, was letztlich höhere Erträge bringen soll. Die Zusammenarbeit mit der Beteiligung Borealis soll verstärkt werden.

Unabhängiger vom Ölpreis

Stolz ist der OMV-Vorstand darauf, dass die Kosten in den vergangenen drei Jahren massiv gesenkt worden seien. Durch Investitionen in Russland und anderen Ländern mit niedrigen Förderkosten sei es gelungen, die Kosten je Barrel gefördertes Öläquivalent (Öl oder Gas) auf 8,80 Dollar zu senken. Ziel sind acht Dollar.

Durch die gleichzeitige Konzentration auf den Upstream- (Förderungen) und Downstream-Bereich (Verarbeitung und Verkauf) und die Kostensenkung sei man nun unabhängiger vom Ölpreis geworden. Ab 25 Dollar sei die OMV praktisch sorgenfrei. Mittelfristig erwartet sie 70 bis 80 Dollar je Barrel. Dies öffne Möglichkeiten für Investitionen. Bis 2025 sollen rund 15 Milliarden Euro in den Erhalt und die Erweiterung der eigenen Kapazitäten und zehn Milliarden Euro in Akquisitionen gesteckt werden, sagt Seele. Und Finanzvorstand Reinhard Florey rechnet vor, dass sich das die OMV auch leisten könne. Denn der freie Cashflow nach Auszahlung der Dividende liege schon über einer Milliarde Euro pro Jahr. Die zehn Milliarden Euro für Zukäufe teilen sich die Bereichsvorstände Johann Pleininger (Upstream) und Manfred Leitner (Downstream) gleichsam brüderlich auf. 2025 soll die Förderung von Öl und Gas von derzeit 348.000 Fass am Tag auf 600.000 gesteigert werden.

Im Jahr 2025 soll die OMV dann ihren operativen Gewinn von derzeit drei auf fünf Milliarden Euro gesteigert haben, heißt es in der Strategie. Dass die OMV die Schwerpunkte auf Öl und Gas setzt, verteidigt Seele selbstbewusst. „Wenn Kohle und Öl in Europa unter Druck kommen, gewinnt Gas an Bedeutung. Und auch bei der Verarbeitung von Erdöl sind wir produktiver als die meisten anderen.“ Dafür verschwendet die OMV wenig Gedanken an erneuerbare Energie: „Das soll der Verbund machen“, sagt Seele.

 

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Artikel Dietmar Mascher aus London 13. März 2018 - 08:08 Uhr
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