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Österreicher horten ihr Vermögen bevorzugt in bar

LINZ / WIEN. Stabilität statt Risiko: Jeder Zweite bewahrt sein Geld daheim auf.

Österreicher mit 705 Milliarden Euro Vermögen

38 Prozent des Privatvermögens sind Spareinlagen oder Bargeld Bild: dpa

Sicherheit geht vor. Nach dieser Devise handeln die Österreicher, wenn es um ihr Geld geht. Vom Gesamtvermögen heimischer Haushalte von 655 Milliarden Euro flossen im Vorjahr 42 Prozent in Bargeld und Einlagen, etwa Sparbücher. 33 Prozent entfielen auf Aktien und Anleihen, den Rest steckten die Österreicher in unverbriefte Beteiligungen. Das geht aus einer Statistik der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) hervor.

Dass die Österreicher dem Bargeld nach wie vor große Bedeutung beimessen, untermauert auch eine Studie der Wirtschaftsuniversität Wien im Auftrag der OeNB-Tochter Münze Österreich. Demnach wird die Hälfte des sich im Umlauf befindlichen Bargeldes in den eigenen vier Wänden aufbewahrt. "Bargeld wird für die Leute immer mehr zum Ersatz für das Sparbuch", sagte Gerhard Starsich, Generaldirektor der Münze Österreich. Er präsentierte die Studie gestern, Mittwoch, mit Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer in Linz.

Vier von fünf Zahlungen in bar

Anleger sähen in Bargeld weniger Risiko als in Aktien oder Anleihen, sagte Starsich – und das, obwohl die Phase der Niedrigzinsen nach wie vor anhält. "Bargeld ist für die meisten ein Mittel, ihre Finanzen zu kontrollieren." Zudem sei es rasch verfügbar und robust in Krisenzeiten.

Nicht nur bei der Anlage, sondern auch bei der Bezahlung greifen die Landsleute auf Bargeld zurück. Vier von fünf Transaktionen erfolgen mit Scheinen und Münzen. Mit der Karte bezahlen die Österreicher im Schnitt 155 Mal pro Jahr. In Norwegen sind es mit 494 fast drei Mal so viele bargeldlose Transaktionen.

Zwar sei die Anzahl an Transaktionen mit digitalen Zahlungsmethoden in Österreich seit 2011 um 11,4 Prozent gestiegen, aber auch jene via Bargeld hätte um drei Prozent zugelegt, sagte Starsich. Dies entkräfte die Vorwürfe jener, die Bargeld als Auslaufmodell betrachteten, weil es Schattenwirtschaft begünstige. "Weniger Bargeld ergibt nicht weniger Kriminalität. Sie verlagert sich nur auf digitale Zahlungsmittel", sagte Starsich.

Stelzer betonte, es brauche eine "gesunde Mischung bei Zahlungsströmen". Wichtig sei, den Umgang mit Geld schon früh zu lehren. Das Land startet demnächst an Schulen die "Initiative Taschengeld". Kinder und Jugendliche sollten sich am "Nulldefizit des Landes" orientieren, so der Landeshauptmann. 



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Artikel (rom) 25. Oktober 2018 - 00:04 Uhr
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