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Mehr Dynamik bei Start-Ups in Oberösterreich

LINZ. Die Gründerszene in Oberösterreich wird breiter und dynamischer. Investoren suchen aktiv nach Möglichkeiten, Kapital anzulegen. Das Land Oberösterreich verlängert seine "MidTech-Initiative".

v.l.: Benedikt Aichinger (Geschäftsführer swync), Hubert Rapperstorfer (Geschäftsführer Rapperstorfer Automation), Wirtschaftslandesrat Michael Strugl, Markus Manz (Geschäftsführer tech2b Inkubator).

v.l.: Benedikt Aichinger (Geschäftsführer swync), Hubert Rapperstorfer (Geschäftsführer Rapperstorfer Automation), Wirtschaftslandesrat Michael Strugl, Markus Manz (Geschäftsführer tech2b Inkubator). Bild: Land OÖ / Denise Stinglmayr

2800 Gründungen gab es im ersten Halbjahr in Oberösterreich. Das waren um rund 300 mehr als in den ersten sechs Monaten 2015. Das sei ein positives Zeichen dafür, dass sich die Stimmung in der Gründerszene verbessere, sagte Wirtschaftslandesrat Michael Strugl heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz. "Auch wenn es nicht nur auf unsere Gründer-Offensive zurückzuführen ist, tragen solche Bemühungen doch auch Früchte."

Es entstehe derzeit ein ausgeprägter Investoren-Markt und ein Netzwerk, in dem sich innovative Unternehmer und Gründer gegenseitig helfen, sagte Markus Manz, Geschäftsführer des Inkubators tech2b, einer Tochterfirma von Business Upper Austria, der Wirtschaftsagentur des Landes. "Unternehmer, Manager, erfolgreiche Start-Up-Gründer oder Privatpersonen haben Geld, das sie entweder in Immobilien oder in Firmengründungen und gute Ideen anlegen wollen." Es vergehe kein Tag, an dem sich nicht jemand bei seiner Gesellschaft melde und nach Investitionsmöglichkeiten frage, sagte Manz.

tech2b ist auch jene Firma, die die seit einem Jahr laufende "MidTech-initiative" des Landes abwickelt. Bei diesem Förderprogramm werden Gründer unterstützt, etwas finanziell, aber vor allem organisatorisch,  beratungstechnisch und beim Kontakte knüpfen. Jedem Start-Up wird etwa auch ein externer Mentor zur Seite gestellt, der aus der Wirtschaft kommt - das sind teils bekannte Manager großer, oberösterreichischer Unternehmen.

20 Start-Ups werden im Zuge dieser Initiative derzeit betreut. "Wir hatten aber drei Mal mehr Anfragen", sagte Manz. Darum kündigte Strugl an, das mit 750.000 Euro dotierte Programm, das Ende dieses Jahres ausgelaufen wäre, zu verlängern. Bis zum Start der "MidTech-Initiative" hätten sich die Unterstützungsmöglichkeiten für innovative Unternehmer in erster Linie auf Hightech-Gründungen mit akademischem Hintergrund konzentriert. "Es hat sich aber gezeigt, dass gerade Gründer, die ihre Ideen in den Branchen des sogenannten Midtech-Segments, wie etwa Mechatronik, Elektrotechnik, Fahrzeugbau, Metall, Kunststoff entwickeln, in vielen Fällen Praktiker aus der Wirtschaft oder HTL-Absolventen sind." Nun decke man ein breites Spektrum ab, sagte Strugl.

Steinhauser Beton-Innovation, Linzer Telefonbuch-App

Zwei Jung-Unternehmer waren heute bei der Pressekonferenz dabei. Hubert Rapperstorfer hat vor zwei Jahren in Steinhaus "Rapperstorfer Automation" gegründet und schon 16 Arbeitsplätze geschaffen. Dank seiner Idee ist es erstmals in der Geschichte des Stahlbetonbaus möglich, individualisierte Bewehrungskörbe ab Losgröße 1 vollautomatisch mit einer Maschine herzustellen.

Benedikt Aichinger präsentierte sein Linzer Start-Up "swync". Das ist eine mobile App, die das System der Kontaktverwaltung umdreht und seit zwei Wochen online ist. Die Anwendung ermöglicht, dass das Telefonbuch im eigenen Smartphone immer automatisch aktualisiert wird. Das heißt: Wenn sich etwa bei einem selbst Telefonnummer, Email-Adresse und/oder postalische Adresse ändern, gibt man das in der App ein, und alle Kontakte, die ebenfalls swync nutzen, bekommen automatisch ein Update mit den neuen Daten auf ihrem Smartphone. Dabei spielt swync die Daten auch direkt in das lokale Telefonbuch.

Aichinger sagte, dass es bei tech2b und dem Gründer-Programm nicht nur um finanzielle, sondern vor allem um emotionale Unterstützung gehe. Jeder könne sich in einem Netzwerk gegenseitig helfen.

Rapperstorfer erzählte davon, dass es dank dieses Netzwerks beispielsweise gelungen sei, die Zusage für einen Förderkredit aus Wien rascher zu bekommen als es sonst der Fall gewesen wäre.

tech2b betreut derzeit insgesamt gut 50 Unternehmen. Vor drei Jahren, als der Inkubator in einer Krise gewesen war, waren es weniger als zehn. Gleichzeitig ist tech2B heute mit zehn Mitarbeitern um ein Drittel schlanker als 2013.

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Artikel az 07. Oktober 2016 - 14:51 Uhr
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