Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Montag, 17. Dezember 2018, 09:34 Uhr

Linz: 0°C Ort wählen »
 
Montag, 17. Dezember 2018, 09:34 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Wirtschaft

Madoff-Skandal: Weltweit massive Verluste befürchtet

PARIS. Der Zusammenbruch des Investitionsfonds von Ex-Nasdaq-Chef Bernard Madoff birgt dramatische Risiken für etliche Großbanken in Europa. Auch in Österreich wurden Primeo-Fonds vertrieben, die auf Madoff-Produkten beruhen.

Wall Street-Händler

Bild: apa

Die französische BNP Paribas bezifferte den möglichen Schaden auf 350 Mio. Euro, das von der Finanzkrise ohnehin schwer angeschlagene belgisch-französische Institut Natixis fürchtet Verluste von bis zu 450 Mio. Euro. Die Kunden der spanischen Gruppe Santander legten insgesamt 2,33 Mrd. Euro bei Madoff an. Geld, das möglicherweise vollständig verbrannt ist.

Madoff ist Gründer der Bernard L. Madoff Investment Securities LLC


Er war maßgeblich am Aufbau der Technologiebörse Nasdaq beteiligt. Zeitweise war er deren Verwaltungsratsvorsitzender. Wegen Verdachts auf massiven Betrug war Madoff am Donnerstag festgenommen und die Konten seiner Fonds eingefroren worden. Nach Angaben der Ermittler hatte Madoff eingeräumt, dass es sich bei dem Geschäft um „eine einzige große Lüge“ gehandelt habe. Tatsächlich sei er seit Jahren zahlungsunfähig. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu fünf Mio. Dollar.

Die Ermittler in New York fürchten Verluste von insgesamt 50 Mrd. Dollar, neben Banken hatten auch Dutzende Wohltätigkeitsorganisationen und Privatpersonen ihr Geld bei dem als seriös geltenden 70-Jährigen angelegt. Der Fall traf die Aufsichtsbehörden völlig unvorbereitet. Madoffs eigene Familie machte den Fall öffentlich.

Natixis erklärte am Montag, zwar habe man keine Direktinvestitionen in Madoffs Hedgefonds getätigt. Allerdings seien 450 Mio. Euro von Klienten über Fonds indirekt bei Madoff Investment Securities angelegt worden. Der Schaden hänge davon ab, „in welchem Maß die Anlagen zurückgewonnen werden können“. Das gleiche Szenario gilt für BNP Paribas, hieß es in einer kurzen Erklärung vom Sonntagabend.

Die Schweizer Reichmuth & Co gab ebenfalls ein Risiko von 350 Mio. Euro bekannt. Man bedaure ernsthaft, von dem mutmaßlichen Betrug betroffen zu sein, teilte die Bank ihren Kunden mit, ohne zunächst weitere Einzelheiten zu nennen.

Die Royal Bank of Scotland, zu 58 Prozent britisches Staatseigentum, bezifferte das Risiko auf 400 Mio. Pfund (446 Mio. Euro). Auch Banken in Fernost drohen in den Strudel mit hineingezogen zu werden. Das größte japanische Börseninstitut Nomura Holdings legte 27,5 Mrd. Yen (227 Mio. Euro) bei Madoff an.
Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at 15. Dezember 2008 - 09:38 Uhr
Mehr Wirtschaft

H&M kurbelt im vierten Quartal den Umsatz an

STOCKHOLM. Der Erlös ist um zwölf Prozent auf 5,5 Milliarden Euro gestiegen.

Inflation verharrte auch im November bei 2,2 Prozent

WIEN. Die Teuerung blieb in Österreich auch im November bei 2,2 Prozent.

Streik bei Amazon: Weihnachtsgeschenke in Gefahr

BERLIN.  Mitten im Weihnachtsgeschäft hat nach Gewerkschaftsangaben in der Nacht auf Montag ein ...

Einfluss statt Reichtum: Wie die Jungen den Glanz der Luxusbranche gefährden

WIEN. Generationen Y und Z setzen Markt und Konzerne verstärkt unter Druck.

Oberösterreichs Händler jubeln über volle Geschäfte

LINZ. Dritter Einkaufssamstag "bisheriger Höhepunkt" im Weihnachtsgeschäft – Rege Kauflust der Kunden.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS