Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Sonntag, 9. Dezember 2018, 23:06 Uhr

Linz: 6°C Ort wählen »
 
Sonntag, 9. Dezember 2018, 23:06 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Wirtschaft

Insolvenz: Bei Rosenberger wackeln bis zu 600 Jobs

WIEN. Der Raststättenbetreiber Rosenberger mit Sitz in Loosdorf (Niederösterreich) ist pleite und hat angekündigt, am Montag beim Landesgericht St. Pölten einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens zu stellen.

Mehrere hundert Mitarbeiter könnten von der Pleite betroffen sein. Bild: © Rosenberger Restaurant GmbH

Trotz intensiver Verhandlungen mit der Hausbank seien benötigte Kreditlinien für das Unternehmen überraschend nicht freigegeben worden, weshalb man nun einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahren stellen müsse, hieß es heute (Freitag) auf Anfrage der APA. Oberstes Ziel sei es nun, das Unternehmen zu sanieren, die Arbeitsplätze zu sichern und eine nachhaltige Lösung für den Fortbestand der Rosenberger-Gruppe zu ermöglichen.

Novembergehälter blieben aus

Laut AK Niederösterreich haben einige Hunderte Beschäftigte bereits ihr Novembergehalt nicht bekommen. Die Arbeiterkammer will in allen Rosenberger-Filialen Infoveranstaltungen organisieren, kündigte AKNÖ-Präsident Markus Wieser an. Laut einem Bericht des "Standard" konnte auch ein größerer Lieferant nicht bezahlt werden. Der Kreditschützer Gerhard Weinhofer vom Verein Creditreform bezifferte im Ö1-"Mittagsjournal" die Verbindlichkeiten von Rosenberger mit rund 12 Mio. Euro. Ob es ein Konkursverfahren oder ein Sanierungsverfahren geben wird, sei noch offen.

Die Rosenberger-Unternehmensgruppe besteht aus der Rosenberger Tankstellen GmbH und der Rosenberger Restaurant GmbH, die jeweils 100-prozentige Töchter der Rosenberger Holding GmbH sind. Die drei Gesellschafter dieser Rosenberger Holding GmbH sind nach Unternehmensangaben Jiang Haiping, Liu Xudon und Liu Wen-Yi.

> Video: Rosenberger vor Insolvenz

 

Chinesische Eigentümer

Im April dieses Jahren hatten die chinesischen Eigentümer insgesamt 30 Prozent der Anteile an Thomas und Jutta Wollner übertragen. Ende Juni schied Rosenberger-Geschäftsführer Thomas Wollner jedoch aus dem Unternehmen aus, weil "die Anforderungen der Eigentümer hinsichtlich nachhaltiger Sanierung nicht erfüllt werden konnten". Die an Wollner zuvor übertragenen Anteile wurden wieder an die chinesischen Eigentümer zurückgegeben. Jutta Wollner folgte ihrem Ehemann Thomas Wollner als Geschäftsführerin nach.

Rosenberger betreibt neben Raststätten und Restaurants auch Shops, Hotels und Tankstellen an 17 Standorten in Österreich. Firmensitz ist im niederösterreichischen Loosdorf.  Das Unternehmen mit chinesischen Eigentümern betreibt Raststätten und Seminarzentren an 17 Standorten in Österreich und beschäftigt je nach Saison 600 bis 800 Mitarbeiter.

Laut KSV1870 ist von der Insolvenz zunächst nur die Rosenberger Restaurant GmbH betroffen, in weiterer Folge werde geprüft werden müssen, ob auch die anderen Unternehmen der Gruppe und die Holding in die Insolvenz gehen. 2017 erzielte die Rosenberger Restaurant GmbH einen Umsatz von 33,4 Mio. Euro und wies unterm Strich einen Gewinn von 6,25 Mio. Euro aus, geht aus dem "Wirtschaftskompass" hervor.

AK übernimmt Beratung Beschäftigten

Da der Firmensitz in Loosdorf ist, wird die Arbeiterkammer Niederösterreich federführend die Betreuung der betroffenen Beschäftigten übernehmen. Die Arbeitnehmer/-innen in den Betriebsstätten Ansfelden und Laakirchen werden von der Arbeiterkammer Oberösterreich so bald als möglich - in Abstimmung mit der AK Niederösterreich - über ihre Rechte informiert.

„Wer mit dem Gedanken spielt, das Arbeitsverhältnis vorzeitig aufzulösen, sollte sich unbedingt von unseren Expertinnen und Experten beraten lassen. Die Möglichkeit dazu besteht in Einzelgesprächen bei den Versammlungen“, so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Die Standorte in Österreich:

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at/apa 07. Dezember 2018 - 14:20 Uhr
Mehr Wirtschaft

Burschenschafter Schiefer neuer Finanzvorstand der ÖBB-Holding

WIEN. Die staatlichen ÖBB haben Freitagabend mehrere, bereits erwartete, Personalentscheidungen bekannt ...

OPEC einigte sich auf Förderkürzung: Ölpreise stiegen stark

WIEN. Die Ölpreise sind am Freitag nach einer Einigung führender Ölstaaten auf eine überraschend starke ...

Handels-KV: Erste Proteste in den Landeshauptstädten

WIEN. Im Ringen um einen Kollektivvertrag für die Beschäftigten im Handel erhöhen die ...

Kryptowährungen wie Bitcoin weiter im Sinkflug

FRANKFURT. Der Kursverfall von Kryptowährungen setzt sich fort.

Zehn Tipps für Klimaschützer

LINZ/KATTOWITZ. Weltweit mehren sich die Anzeichen für den Klimawandel.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS