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"Haider-Sparbuch" versüßte Meischi den Politik-Abschied

WIEN. Ex-FP-Generalsekretär Meischberger bekam 2,5 Millionen Schilling. Wir berichten live vom Buwog-Prozess.

"Haider-Sparbuch" versüßte Meischi den Politik-Abschied

Walter Meischberger Bild: apa

Im Buwog-Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und andere haben gestern am 38. Tag abgehörte Telefonate zwischen dem damaligen Minister und dem mitangeklagten Ex-FPÖ-Generalsekretär Walter Meischberger Details offenbart, die vielleicht nicht immer unmittelbar für die Beweisfindung im Prozess relevant sind, jedoch einen gewissen Unterhaltungswert und politische Brisanz aufweisen.

So spricht Meischberger in einem Telefonat mit seinem "väterlichen Freund" Ernst Karl Plech von einem 2,5-Millionen-Schilling-"Haider-Sparbuch", das dieser wiederum von der Kanzlei des späteren FPÖ-Justizministers Böhmdorfer zur Weiterleitung an ihn bekommen habe. "Du, da im Safe liegen die ganzen Unterlagen vom Haider-Sparbuch", sagt Meischberger zu Plech in einem Telefonat vom Februar 2010.

Meischberger hatte sich 1999 offenbar seinen politischen Abschied mit 2,5 Millionen Schilling von der FPÖ abkaufen lassen. Im Verlauf des Gesprächs sagt Meischberger noch: "Das is a politischer Skandal, da geht’s nicht um die Steuer." Plech meint, "da müss ma mit dem Böhmdorfer reden, ihn warnen, net".

Der mitangeklagte Immobilienmakler Ernst Karl Plech (73), der schon länger nicht mehr zum Prozess gekommen ist, ist aufgrund eines Gutachtes derzeit verhandlungsunfähig. Dabei hat der "Standard" berichtet, dass Plech just zum Zeitpunkt der Verhandlung vergangene Woche in einem Wiener Innenstadtlokal essen war.

"Wo war mei Leistung?"

Gestern ging es auch um den durch Österreichs Kabarett-Szene berühmt gewordenen Meischberger-Satz "Wo war mei Leistung?", den er zu Plech bezüglich seiner Leistung für ein Immobilienprojekt in Wien gesagt hatte. "Da bin ich jetzt supernackt." Meischberger erklärte dies gestern damit, dass er schon Bescheid wusste, er wollte nur seine Erinnerungen noch einmal auffrischen.

Aus den Telefonaten 2010 mit Plech und Grasser geht hervor, dass alle drei ob der hartnäckigen Verfolgung durch die Justiz inklusive Hausdurchsuchungen und Medienaufmerksamkeit schon recht nervös waren. Daraufhin legten sich Grasser und Meischberger mehrere Wertkartenhandys zu, aus Geheimhaltungsgründen – nicht wissend, dass diese auch abgehört werden können.

Den Prozesstag können Sie im Liveblog mitverfolgen: 

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Artikel 13. Juni 2018 - 00:04 Uhr
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