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Einsprüche bedrohen Mega-Investition: Pöttinger will noch heuer grünes Licht

SANKT GEORGEN / GRIESKIRCHEN. Landmaschinenerzeuger kämpft mit Protesten gegen seine neue 600-Mitarbeiter-Fabrik

Einsprüche bedrohen Mega-Investition Pöttinger will noch heuer grünes Licht

In St. Georgen bei Grieskirchen will das Familienunternehmen eine Produktion hochziehen. Bild: OÖN

Wegen Einsprüchen von Anrainern und des Umweltanwalts steht nun das Projekt einer neuen Fabrik des Landmaschinenerzeugers Pöttinger auf des Messers Schneide. Die Unternehmensführung will noch heuer grünes Licht haben. Es geht um 600 Arbeitsplätze und eine Investition von rund 100 Millionen Euro.

"Wir können nicht ewig zuschauen, sondern müssen einmal entscheiden, ob wir das Projekt in St. Georgen noch weiterverfolgen können", sagt Gregor Dietachmayr, der Sprecher der Pöttinger-Geschäftsführung. Die neue Fabrik sei ja kein Luftschloss, sondern es gelte, neue Produkte zu erzeugen und die Wachstumschancen zu nutzen.

Die neuen Rundballenpressen werden derzeit in der alten Gföllnerfabrik in Grieskirchen erzeugt. Der Mietvertrag hat ein Ablaufdatum. Spätestens im Laufe des Jahres 2021 müsste die erste Ausbaustufe in der neuen Fabrik im Betriebspark in Stritzing in Betrieb gehen.

Korridor für Wildtiere

Die Gemeinde St. Georgen ist zwar mehrheitlich für die Betriebsansiedlung; in dem Betriebsbaugebiet sind auch die Standorte des Heizkesselerzeugers Fröling und des Anlagenbauers Gföllner. Der Umweltanwalt will jedoch auf einem Teil des 17 Hektar großen Pöttinger-Areals einen Wildtierkorridor sichern.

Anrainer fürchten Lärm und Verkehrsbelastung. Die daraus entstandene Bürgerliste DU hat bei der Gemeinderatswahl auf Anhieb vier Mandate errungen und hat angekündigt, das Behördenverfahren bis zum Höchstgericht zu führen. Das könnte sich Pöttinger nicht leisten. Bis Jahresende müsse klar sein, ob die Pläne realisierbar seien, sagt Dietachmayr. Es sollte einen Konsens geben: "Wir wollen ja nicht wo hingehen, wo man uns nicht haben will. Wir haben einen Plan B mit drei Szenarien."

Offensichtlich zählen dazu auch die beiden ausländischen Pöttinger-Werke Vodnany in Südböhmen und Bernburg in Sachsen-Anhalt. Weil Gefahr in Verzug ist, hat der Wirtschafts- und Raumordnungsreferent des Landes, Michael Strugl, kürzlich alle Beteiligten an einen Tisch geholt. Zusammen mit den Gemeindevertretern und dem Umweltanwalt werde nach einer Lösung gesucht. "Wir arbeiten daran, das rechtzeitig in trockene Tücher zu kriegen", sagt der Politiker. Viele Wirtschaftsregionen würden ein solches Mega-Investment mit Handkuss nehmen. Die Bürgerliste hat verlautet, dass es im Betriebspark bereits 600 Arbeitsplätze gebe. Mehr brauche St. Georgen nicht.

Bürgermeister Karl Furthmair (VP) will das Projekt mit den anderen Fraktionen retten. Auch Grieskirchen und Tollet sind betroffen, weil die Steuereinnahmen in dem interkommunalen Betriebspark geteilt werden.

Internationale Größe

Das Familienunternehmen Pöttinger ist in der Agrartechnik eine internationale Größe mit rund 1700 Mitarbeitern. Die Exportquote beträgt 87 Prozent. Im jüngsten Geschäftsjahr 2017/18 (zum 31. Juli) wurden 354 Millionen Euro umgesetzt. Das war ein Plus von 15 Prozent. Diese starke Wachstum bedingt auch Investitionen. Derzeit läuft eine Erweiterung und Umstrukturierung des Stammhauses in Grieskirchen um rund 25 Millionen Euro. In Taufkirchen/Trattnach ist um rund 15 Millionen Euro ein Logistikzentrum entstanden. Der Neubau in St. Georgen soll die Gruppe zukunftsfähig halten. Erzeugt werden sollen dort vor allem die Rundballenpressen und Ladewagen – von im Endausbau rund 600 Mitarbeitern.

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Artikel Josef Lehner 08. November 2018 - 00:04 Uhr
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