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Breitbandausbau: Österreich ist "auf dem richtigen Weg"

WIEN/LINZ. Oberösterreich erhielt bisher 38,6 Millionen Euro der Fördermilliarde.

Breitbandausbau: Österreich ist "auf dem richtigen Weg"

Leichtfried will bis 2020 ein flächendeckendes Breitbandnetz. Bild: apa

Es ist ein ambitioniertes Ziel, das sich Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SP) gesetzt hat: Bis 2020 sollen nahezu alle Haushalte in Österreich mit Breitband versorgt werden. Das Ziel sind Verbindungsgeschwindigkeiten von 100 MBit/s. Damit könnte man den Inhalt einer DVD in sieben Minuten herunterladen.

Laut einem gestern, Dienstag, veröffentlichten Evaluierungsbericht ist Österreich beim Breitbandausbau auf einem guten Weg. Von der im Juli 2014 von der Regierung beschlossenen Breitbandmilliarde wurden in der ersten Phase der Förderung 204 Millionen Euro vergeben. 90 Prozent davon gingen an die Telekom Austria, drei Prozent an Drei und knapp ein Prozent an T-Mobile.

Rund 560.000 Österreicher werden mit den bisherigen Förderungen an schnelles Internet gebunden. Das sei ein Drittel der unversorgten Haushalte, heißt es in dem Bericht des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo und des deutschen wissenschaftlichen Instituts Wik-Consult.

"Der Bericht zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir werden das Glasfasernetz in jeden Haushalt und jeden Betrieb ziehen. Damit legen wir den Daten-Highway, den unsere Unternehmen im Zeitalter der Digitalisierung brauchen", sagt Leichtfried.

Er will die Empfehlungen der Studienautoren in seine Breitbandstrategie einbauen: Die Dauer der Förderabwicklung soll von 18 auf zwölf Monate verkürzt werden. Zwei Experten fahren zudem ab sofort mit einem mobilen Büro durch Österreichs Gemeinden, um über die Fördermöglichkeiten zu informieren. Und Leichtfried kündigte an, das Glasfasernetz auszubauen, um für den zukünftigen Mobilfunkstandard 5G gerüstet zu sein.

Strugl: "Milliarde nicht genug"

Nach Oberösterreich flossen in der ersten Ausschreibungsrunde der Breitbandmilliarde 38,6 Millionen Euro. Davon profitierten laut Infrastrukturministerium 134 Gemeinden bzw. 64.000 Oberösterreicher. "Damit sind bereits 20 Prozent der unterversorgten Personen mit leistungsfähigem Breitband versorgt worden", heißt es auf OÖN-Anfrage aus dem Büro des Infrastrukturministers.

Oberösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter und Wirtschaftsreferent Michael Strugl (VP) sieht die Situation in unserem Bundesland zwiegespalten. "Wir waren nicht schlecht beim Abholen der Fördergelder." Trotzdem sei eine Milliarde Euro zu wenig, um den Ausbau des Breitbandnetzes in Österreich voranzutreiben. "Wir werden mit dem Geld nicht auskommen." Laut einer von ihm in Auftrag gegebenen Studie der Fachhochschule Hagenberg werden allein in Oberösterreich 1,5 Milliarden Euro für den Breitbandausbau nötig sein.

Strugl kritisiert auch die Dauer des Ausbaus. "Mit der ganzen Bürokratie ist es mühsam." Er zweifelt, dass eine flächendeckende Förderung in Österreich bis 2020 möglich ist. (rom)

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Artikel 07. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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