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"Beim Uno-Shopping verspüren wir keinen Druck"

LEONDING. Betreibergesellschaft Joha will trotz jahrelangem Leerstand weiter am Umbau des Einkaufszentrums festhalten.

"Beim Uno-Shopping verspüren wir keinen Druck"

Gähnende Leere: Seit Jahren gleicht das Einkaufszentrum Uno-Shopping in Leonding einer Geisterstadt. Bild: Weihbold

Seit Jahren gleicht das Einkaufszentrum Uno-Shopping in Leonding einer Geisterstadt. Statt Einkaufsbummlern prägen heruntergelassene Rollläden das Bild. Im September 2012 schien sich das Blatt zu wenden, als die Betreibergesellschaft Joha gemeinsam mit der UniCredit-Tochter Universale International ankündigte, das Einkaufszentrum bis 2014 "völlig neu zu gestalten". Der Baubeginn für das 60 Millionen Euro teure Projekt wurde mit erstem Quartal 2013 avisiert.

Passiert ist bis heute nichts. Am Donnerstag wurde außerdem bekannt, dass der Elektrohändler Media Markt, der letzte verbliebene Uno-Großmieter, anstelle von Elektro Haas beim Nachbarn in der PlusCity einziehen wird. Es scheint, als ob das Uno-Shopping endgültig zum Tode verurteilt ist.

"Die Kosten sind gering"

Davon allerdings wollen die Betreiber überhaupt nichts wissen. "Der Ausbau hat sich verzögert, weil die Pläne immer wieder geändert wurden. Wir verspüren aber ohnehin keinen Druck. Nicht zuletzt, weil die Zinsen niedrig sind und daher die Kosten des Leerstandes gering", sagt Joha-Sprecher Roman Rusy auf Anfrage der OÖNachrichten. An den Plänen, das Einkaufszentrum wieder zu revitalisieren, habe sich nichts geändert, auch das Investitionsvolumen soll bei den geplanten 60 Millionen Euro bleiben. "Aufgrund der konjunkturellen Lage sind wir sogar froh, dass wir noch nicht begonnen haben", sagt Rusy. Einen fixen Zeitplan gebe es derzeit nicht, man hoffe aber, noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen zu können. Dann könne man als Eröffnungstermin Herbst 2015 anpeilen.

Bis dahin ist das Uno-Shopping auch mit der Straßenbahnlinie 3 erreichbar. Darin ruhen seitens Joha die Hoffnungen. "Wir wollen die Mittelklasse ansprechen, Familien und Jugendliche. Die kommen mit der Straßenbahn", sagt Rusy. Mit großflächigen Geschäften und Ketten, die in Österreich noch nicht vertreten sind, wolle man sich von der PlusCity unterscheiden. "Sobald das Center wieder läuft, stehen die Interessenten Schlange – auch wegen der großartigen Infrastruktur", sagt Rusy.

Wie es mit Media Markt im Uno-Shopping bis dahin weitergehen wird, scheint noch nicht ausgegoren. Es ist aber zu bezweifeln, dass die Elektronikkette zwei Geschäfte in unmittelbarer Nähe betreiben wird. Aus der Media Markt-Geschäftsführung heißt es auf OÖN-Anfrage lediglich, ein möglicher Standortwechsel der Leondinger Filiale würde "zeitgerecht bekannt gegeben".

Seitens Joha wird auf einen aufrechten Mietvertrag der Elektronikkette hingewiesen. Man könne sich aber durchaus vorstellen, dass Media Markt beide Filialen weiter betreibe. "In Wien gibt es auch Filialen, die nicht weit voneinander entfernt liegen", sagt Rusy.

Hinter den Kulissen scheint zumindest über eine Mietreduktion verhandelt zu werden. Insider vermuten, dass wegen der geringen Frequenz die Miete ohnehin extrem niedrig sei. Andere Quellen behaupten, dass die wenigen verbliebenen Uno-Shopping-Mieter, wie etwa die Apotheke, gar keine Miete mehr zahlen müssten.

 

Uno-Shopping

Ein Jahr nach der Plus City eröffnete im Oktober 1990 in unmittelbarer Nachbarschaft das Leondinger Uno-Shopping. Schon wenige Monate nach der Eröffnung begannen jahrelange Rechtsstreitigkeiten zwischen Uno-Chef Josef Handlbauer und Plus City-Chef Ernst Kirchmayr.
2008 übernahm die Bank Austria-Tochter Real Invest das Einkaufszentrum von der Gründerfamilie Handlbauer. Seither gibt es Umbaupläne für das Uno-Shopping, realisiert wurde bisher nichts. Immer mehr Geschäfte sperrten in der Folge zu, mittlerweile gleicht das Einkaufszentrum einer Geisterstadt. Media Markt ist der letzte verbliebene Großmieter.

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Artikel Stefan Fröhlich 15. März 2014 - 00:04 Uhr
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