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Ärger über Staatseinfluss: Löscher steigt bei OMV aus

WIEN. Ehemaliger Siemens-Chef legt den Aufsichtsratsvorsitz zurück und düpiert die Bundesregierung

OMV: Löscher neuer Chef des Aufsichtsrats

Peter Löscher Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

Es war ein einziger Satz, der am Freitag in einer Ad-hoc-Meldung des Mineralölkonzerns OMV Aufsehen erregte: Peter Löscher habe mitgeteilt, "dass er beabsichtigt, seine Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrates der OMV Aktiengesellschaft mit Ablauf der nächsten Hauptversammlung am 14. Mai 2019 niederzulegen."

Dass der ehemalige Siemens-Chef aus dem Aufsichtsgremium ausscheidet, komme überraschend und sei für die OMV und Österreich keine gute Nachricht, sagt ein Aufsichtsratsmitglied.

Vor allem ist es der Grund für seinen Rücktritt, der für die Reputation des größten heimischen Unternehmens alles andere als fördernd ist. Denn Löscher dürfte die neue Aufstellung der staatlichen Beteiligungsgesellschaft ÖBIB (ehemals ÖIAG) nicht gefallen. In einem Brief an Finanzminister und Eigentümervertreter Hartwig Löger kritisierte Löscher laut "Kurier", dass die Regierung den Staatseinfluss auf die OMV verstärken werde. Der Staat hält über seine Beteiligungsgesellschaft ÖBIB 31,5 Prozent an der OMV.

In einer ersten Reaktion bedauerte Löger den Rücktritt. Er wolle das Gespräch mit Löscher suchen, um ihm die Vorteile des geplanten Modells aufzuzeigen. Es sei sein Anspruch, dass die neue Staatsholding ÖBIB mehr Verantwortung übernehme und eine aktivere Rolle wahrnehme, teilte der Finanzminister mit. Dabei gehe es aber nicht um "mehr staatliche Kontrolle", sondern um die Wahrnehmung der österreichischen Eigentümerverantwortung bei gleichzeitiger Absicherung unabhängiger Aufsichtsratsentscheidungen.

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Artikel 14. September 2018 - 17:36 Uhr
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