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Christchurch: Täter bezeichnet sich als Rassist, Muslime seien "Invasoren"

CHRISTCHURCH. Facebook: 1,5 Millionen Videos der Tat innerhalb von 24 Stunden gelöscht oder blockiert.

Christchurch: Täter bezeichnet sich als Rassist, Muslime seien "Invasoren"

Zeichen der Anteilnahme und Solidarität: Das hell erleuchtete Opernhaus in Sydney zeigt einen Silberfarn – eines der Symbole Neuseelands. Bild: AFP

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern nannte es einen "Akt des Terrors": Der Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch am Freitag ist eine der blutigsten Gewalttaten in der jüngeren Geschichte des Landes.

DIE OPFER: Dem Anschlag fielen mindestens 50 Menschen zum Opfer, die meisten in den beiden Moscheen in Christchurch, einige auch vor den Gebäuden. Unter den Toten sind auch Kinder: Einer inoffiziellen Liste zufolge war das jüngste Opfer drei Jahre, das älteste 77 Jahre. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind alle Getöteten Muslime. Zudem gab es 50 Verletzte.

DER TÄTER: Als mutmaßlicher Täter wurde ein 28-jähriger Australier festgenommen. Der Mann lebte seit mehreren Jahren in Neuseeland und wohnte zuletzt in der Stadt Dunedin. Er sitzt unter dem Vorwurf des Mordes im Gefängnis. Ihm droht lebenslange Haft. Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass er die Tat alleine beging. Vier andere Personen, die zwischenzeitlich festgenommen wurden, stehen demnach nicht in Zusammenhang mit dem Anschlag.

DAS VIDEO: Der Täter zeigte den Angriff live auf Facebook aus der Ich-Perspektive in einem 17-minütigen Video. Dabei trug er einen Tarnanzug. Nach der Tat sagte der Angreifer, er bedauere, die Moschee nicht noch abgebrannt zu haben. Facebook teilte mit, das Ursprungsvideo sowohl auf Facebook als auch auf Instagram gesperrt zu haben. In den 24 Stunden danach wurden den Angaben zufolge 1,5 Millionen Videos der Tat gelöscht oder blockiert.

DIE REAKTION DER POLIZEI: Laut Polizeichef Mike Bush war die erste Streife sechs Minuten nach dem ersten Notruf an der Al-Nur-Moschee. Binnen zehn Minuten traf die erste bewaffnete Spezialeinheit ein. Überwältigt werden konnte der Mann aber erst, nachdem er in der zweiten Moschee acht weitere Menschen umgebracht hatte und mit dem Auto auf der Flucht war. Dies geschah laut Polizei 36 Minuten nach dem ersten Anruf.

DIE KAMPFSCHRIFT: Kurz vor den Anschlägen veröffentlichte der Täter ein 74-seitiges Pamphlet, in dem er seine rechtsextreme Motivation darlegte und die Tat in Moscheen in Christchurch ankündigte. Er beschreibt sich als Europäer und erklärt seinen Hass gegen Ausländer. Muslime und Immigranten bezeichnet er als "Invasoren", sich selbst als Rassist. Er habe zudem Kontakt mit dem norwegischen rechtsextremen Massenmörder Anders Behring Breivik gehabt. Im Büro von Premierministerin Ardern ging eine E-Mail mit dem angehängten Schreiben neun Minuten vor dem Beginn der Anschläge ein – zu spät, um die Tat zu verhindern.

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Artikel 18. März 2019 - 00:04 Uhr
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