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Unwetter in Italien – "Es ist schlimmer als nach einem Bombenangriff"

ROM. Schon 34 Todesopfer - alleine in einem Haus in Sizilien ertranken neun Menschen

Unwetter in Italien – "Es ist schlimmer als nach einem Bombenangriff"

Ein erschreckendes Bild: Der Fluss Piave nahe Belluno quillt regelrecht über mit vom Sturm umgerissenen Bäumen. Bild: REUTERS

Seit einer Woche kämpft Italien mit Sturm, Starkregen und Gewittern. Mittlerweile stieg seit Anfang Oktober die Zahl der Todesopfer auf 34. 

Alleine am Wochenende starben in Sizilien zwölf Menschen. Neun Leichen wurden aus einem überfluteten Landhaus in Casteldaccia nahe Palermo geborgen.

Zwei Familien waren zum Abendessen versammelt, als das Haus von einem über die Ufer getretenen Bach überschwemmt wurde. Bei den Toten handle es sich um Mitglieder zweier Familien, unter den Opfern seien ein dreijähriger Bub und ein 15-Jähriger, berichteten italienische Medien. Lediglich zwei Personen konnten sich retten.

In der sizilianischen Provinz Agrigent starben zwei weitere Menschen, deren Auto von einem Hochwasser führenden Bach mitgerissen worden war. Außerdem wird ein Arzt in der Kleinstadt Corleone vermisst. Bereits Anfang der Woche hatte heftiger Regen Überschwemmungen ausgelöst. Viele Straßen waren unpassierbar, Schulen blieben geschlossen.

Premier Giuseppe Conte besuchte gestern die von den Unwettern betroffene Region auf Sizilien. Er berief für diese Woche eine Ministerratsitzung ein, um finanzielle Mittel für die Behebung der Unwetterschäden bereitzustellen.

Video: Luftaufnahmen zeigen das zerstörerische Ausmaß der Unwetter-Katastrophe in Italien.

100.000 Hektar Wald zerstört

Besonders schwierig ist die Situation im Großraum Belluno in den Dolomiten. Tausende Haushalte müssen ohne Strom und Wasser auskommen. Leitungsmasten stürzten bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 Kilometern pro Stunde um. 100 Kilometer Straßen, Häuser und Autos wurden durch Wasser und Schlamm zerstört. Der Sturm riss Schneisen in die Wälder – 100.000 Hektar von Udine bis zum Trentiner Fleimstal wurden vernichtet.

Der Chef des Zivilschutzes, Angelo Borrelli, sprach in Belluno von einer "apokalyptischen" Situation. "Es ist schlimmer als nach einem Bombenangriff. Wir werden bis zu fünf Jahre benötigen, um die Schäden in den Wäldern zu beheben. Vier Millionen Bäume müssen ersetzt werden. Wegen der zerstörten Wälder wächst die Gefahr weiterer Erdrutsche und Lawinen", erklärte Paola Favero, Försterin in Cansiglio nahe Belluno.

Der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, versprach eine rasche Aufarbeitung der Schäden in den Wäldern. Die Gegend bange um die bevorstehende Skisaison. "Die Unwetter haben den Raum von Agordo zerstört, der unser Canyon ist", sagte Zaia. Er besuchte gestern mit Innenminister Matteo Salvini die von den Unwettern betroffenen Gebiete. Zaia bezifferte die Schäden in der Region Venetien auf eine Milliarde Euro.

Video: Zahl der Toten steigt weiter

 

Die Schlechtwetterfront dürfte auch in den kommenden Tagen anhalten. Mit einer Entschärfung der Lage wird erst Mitte dieser Woche gerechnet.

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Artikel OÖN 05. November 2018 - 00:04 Uhr
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