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Testanbau für Weltraumgemüse startet in der Antarktis

Auf der "Internationalen Weltraumkonferenz zu lebenserhaltenden Systemen" in Wien wurde "EDEN ISS" vorgestellt, ein Gewächshaus für Mond, Mars und Raumschiffe.

Testanbau für Weltraumgemüse startet in der Antarktis

Extraterrestrisches Gewächshaus mit dreigeteiltem Innenraum: Schleuse, Arbeitsplatz für Untersuchungen plus Nährstoff- und Luftversorgung sowie das eigentliche Gewächshaus. Bild: Illustration: DLR

Obwohl auf der Internationalen Raumstation ISS bereits im Sommer des Vorjahres erfolgreich ein wenig Salat gezogen wurde, ist die Versorgung von Raumfahrern mit hochwertiger Nahrung immer noch ein ungelöstes Problem. Deshalb entwickeln Wissenschafter im EU-Projekt "EDEN ISS" ein Gewächshaus, das auf dem Mond, Mars oder an Bord eines Raumschiffes funktionieren soll.

Unter Federführung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sind 13 Organisationen an dem Projekt beteiligt, darunter die Wiener Weltraum-Architekturplattform Liquifer. "Wir wollen die Technologien testen, die man braucht, um Pflanzen im Weltall anzubauen, damit wir auf Langzeitmissionen Astronauten mit Gemüse versorgen können", sagt Paul Zabel von der DLR. Er stellte das Projekt bei der 46. Internationalen Weltraumkonferenz zu lebenserhaltenden Systemen (ICES) dieser Tage in Wien vor.

Test unter Tieftemperaturen

In einem speziellen Container (zwölf Meter lang, 2,5 Meter breit und knapp drei Meter hoch) sollen unter ähnlichen Bedingungen wie auf einer Weltraumstation Pflanzen bei künstlichem Licht und mit Nährstofflösungen aufgezogen werden. "Unser Ziel ist es, auf möglichst kleinem Volumen möglichst viel zu produzieren", sagte Zabel. Konkret sollen verschiedene Salat- und Kräutersorten, Gurken, Paradeiser, Paprika, Spinat, Mangold und vielleicht sogar Erdbeeren angebaut werden.

Ab Dezember 2017 wird der Container an der Polarforschungsstation "Neumayer III" des deutschen Alfred-Wegener-Instituts ein Jahr lang unter antarktischen Bedingungen getestet werden.

Die notwendige Energie bezieht der Container von der Polarstation. Damit wird er auf rund 20 Grad aufgeheizt. Er verzichtet völlig auf Sonnenlicht. Verwendet werden LED-Lampen, deren Spektrum und Intensität auf den Bedarf der Pflanzen abgestimmt ist. Die Wurzeln der Pflanzen werden mit einer Nährstofflösung besprüht. So würde man bei einer Weltraum-Mission kein Substrat benötigen und damit Startmasse sparen. Luft und Wasser werden so weit wie möglich im Kreislauf geführt.

Die Experten von Liquifer haben u. a. am Innendesign des Containers mitgearbeitet, wie Weltraum-Architektin und Liquifer-Chefin Barbara Imhof sagt. Der Innenraum ist dreigeteilt, mit einer Schleuse, einem Arbeitsbereich, wo sich ein Arbeitsplatz für Untersuchungen, die Nahrungsversorgung für die Pflanzen und die Luftaufbereitung befindet, sowie dem eigentlichen Gewächshaus. "Wir hoffen, Erkenntnisse darüber zu bekommen, wie man sehr engen Raum möglichst intensiv nutzen kann", sagt Imhof.

Nächster Schritt des Projekts werden Tests eines in Europa gefertigten Gewächshauses auf der ISS sein.

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Artikel 16. Juli 2016 - 00:04 Uhr
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