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Staatliche Geldspritze für Tepco, Regierung fordert neuen Krisenplan

TOKIO. Es sei nötig, die vor einem Monat vorgelegte Planung zur Stabilisierung der Reaktoren zu überarbeiten, sagte Industrieminister Banri Kaeda gestern. Er stellte damit den Krisenplan des Betreibers der Atomruine Fukushima infrage.

Staatliche Geldspritze für Tepco, aber Regierung fordert neuen Krisenplan

Umweltorganisation Greenpeace. Bild: Reuters

Anlass war die Mitteilung des Betreibers Tokyo Electric Power (Tepco), wonach ein großer Teil der Brennstäbe im Reaktor 1 geschmolzen sei. Der Wasserstand zur Kühlung des Kernbrennstoffs sei erheblich niedriger als angenommen. Kaeda sagte, er erwarte, dass Tepco die Planung überprüfen werde. Tepco hatte am 17. April einen Krisenplan vorgelegt, wonach es die Lage in dem AKW in sechs bis neun Monaten unter Kontrolle bringen will.

Regierungssprecher Yukio Edano entschuldigte sich gestern, dass erneut hoch radioaktiv belastetes Wasser ins Meer gelangt ist. Tepco hat das Leck inzwischen nach eigenen Angaben gestopft. Die Brühe war aus einem Schacht nahe der Meerwasseraufnahme für den Reaktor 3 ausgetreten. Ein ähnliches Leck war im April nahe dem Reaktor 2 entdeckt worden.

Unterdessen hat die japanische Regierung gestern eine gigantische Finanzspritze für den Betreiber des havarierten AKW Fukushima 1 auf den Weg gebracht. Geplant ist ein Spezialfonds, mit dem die Opfer der Atomkatastrophe entschädigt und Tepco vor dem finanziellen Ruin bewahrt werden sollen. Das Geld dafür soll über Sonderanleihen am Kapitalmarkt aufgenommen werden. Politiker hatten deren Volumen auf umgerechnet 43 Milliarden Euro beziffert. Die Regierung selbst machte keine Angaben zum Umfang des Fonds.

Im Gegenzug zur finanziellen Unterstützung wird die Regierung „für eine gewisse Zeit“ Kontrolle über das Tepco-Management und andere Stromversorger ausüben. Auch diese sind aufgefordert, jährlich Beiträge in den Fonds einzuzahlen. Tepco hatte in dieser Woche – rund zwei Monate nach Beginn der Atomkatastrophe – Staatshilfen beantragt. Es wird damit gerechnet, dass sich die Entschädigungsforderungen auf viele Milliarden Euro summieren werden. Die Kassen des Konzerns sind allerdings leer. Tepco muss allein umgerechnet rund 8,75 Milliarden Euro aufbringen, um die ausgefallene Stromproduktion in Fuku-shima aufzufangen.

Spenden

Bereits Hunderte Österreicher haben die Spendenaktion von Doppler Mineralöle, der Logistikfirma Hermes und den OÖNachrichten für die Beben- und Tsunami-Opfer in Japan unterstützt. Dafür stehen an den 140 Doppler-Stationen (u. a. Turmöl, BP, Shell) Spendenboxen mit den Aufklebern „Wir helfen Japan“ (die Doppler-Standortliste finden sie hier)

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Artikel 14. Mai 2011 - 00:04 Uhr
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