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Spur der Geldwäsche führt nach Wien

Nach den Panama Papers nun die Paradise Papers: Das neueste Daten-Leck, das Einblicke in die Offshore-Finanzindustrie, deren reiche Klientel und in Steuerparadiese bringt, hat es in sich.

Spur der Geldwäsche führt nach Wien

Wilbur Ross Bild: Reuters

 Ergebnisse der Recherche in insgesamt 1,4 Terabyte Daten und 13,4 Millionen Dokumenten durch die Journalisten-Plattform ICIJ zeigen, wie Großkonzerne Gewinne fast steuerfrei ins Ausland transferieren.

Unter anderem steht US-Handelsminister Wilbur Ross im Mittelpunkt der Enthüllungen: Der Milliardär hat mit seinem Amtsantritt im Jänner 80 Firmenbeteiligungen abgestoßen. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, wie er sagt. Ein paar hat er aber behalten. Darunter vier Briefkastenfirmen. Und die führen in das direkte Umfeld des russischen Präsidenten Putin. Ross und andere Investoren halten über ein kompliziertes Firmenkonstrukt auf den Cayman Islands 31,5 Prozent an einer Reederei namens Navigator. Diese vermietet Schiffe zum Transport von Flüssiggas unter anderem an den russischen Konzern Sibur. Dieser Konzern wiederum gehört unter anderem Putins Schwiegersohn Kirill Shamalow, dem Milliardär Leonid Mikhelson – und dem unter US-Sanktionen stehenden Milliardär Gennady Timchenko.

Pikantes Detail ist, dass die Spur des Geldes auch nach Wien führt. Auf der Wieden (vierter Bezirk) residiert eine Tochter des Sibur-Konzerns. Genau diese Tochter ist es, die die Schiffe von der Navigator mietet. Das zeigen die Jahresberichte – und das wurde dem ORF in einem Telefonat von der Muttergesellschaft in Moskau bestätigt. Die Paradise Papers legen außerdem offen, dass zwei staatlich kontrollierte russische Unternehmen mit engen Beziehungen zu Putin im großen Stil in Twitter und Facebook investiert haben.

Meinl und Flöttl genannt

Aus Österreich taucht obendrein das Meinl-Imperium in den Dokumenten auf – und auch der Investmentbanker Wolfgang Flöttl, der einen Milliardenbetrag der BAWAG verspekuliert hat. Es lasse sich darüber hinaus nachvollziehen, wie Apple oder Nike in Europa erzielte Gewinne nahezu steuerfrei ins Ausland transferieren.

Im Zentrum steht diesmal die Anwaltskanzlei Appleby. Aus dieser Firma, die auf Briefkastenfirmen spezialisiert ist, stammen rund 6,8 Millionen vertrauliche Dokumente. Dazu kommen weitere rund 6 Millionen Dokumente von Firmenbüchern aus 19 Offshore-Destinationen und noch einmal rund 600.000 weitere Dokumente einer weiteren Offshore-Dienstleistungsfirma aus Singapur. Appleby hat den Hauptsitz auf der Insel Bermuda, die als Steuerparadies gilt. Mit einem weltweiten Netz von zehn Standorten hat sich die Kanzlei auf Offshore-Dienstleistungen für Reiche spezialisiert.

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Artikel 06. November 2017 - 00:04 Uhr
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