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Sexpartys und Korruptionsverdacht: Hilfsorganisation Oxfam unter Druck

LONDON. Nothilfe nur gegen Gefälligkeiten geleistet – Präsident Fuentes Knight in Guatemala verhaftet.

Sexpartys und Korruptionsverdacht: Hilfsorganisation Oxfam unter Druck

Oxfam-Präsident Juan Alberto Fuentes Knight bei seiner Verhaftung in Guatemala Bild: Reuters

Die britische Hilfsorganisation Oxfam kommt aus den Negativ-Schlagzeilen nicht heraus: Nach dem Sexskandal in Haiti und im Tschad ist nun der Präsident von Oxfam International in Guatemala im Zusammenhang mit einem Korruptionsskandal verhaftet worden. Juan Alberto Fuentes Knight wurde zusammen mit dem Ex-Staatschef Guatemalas, Alvaro Colom, abgeführt.

Fuentes Knight legte sein Oxfam-Amt inzwischen nieder. Die Vorwürfe bezögen sich auf seine Zeit als Finanzminister in Guatemala und stünden nicht in Zusammenhang mit seiner Tätigkeit für Oxfam International, erklärte die Hilfsorganisation. Der Aufsichtsratsvorsitz sei ein Ehrenamt, es werde aber eine Aufwandsentschädigung gezahlt. In dieser Position habe er keine operative Verantwortung gehabt.

Die Staatsanwaltschaft in Guatemala ermittelt wegen Korruption gegen Colom, Fuentes Knight und sieben weitere ehemalige Regierungsmitglieder. Nach Erkenntnissen der Generalstaatsanwaltschaft und der UN-Kommission gegen Straflosigkeit (Cicig) kam es während Coloms Amtszeit beim Bau des Nahverkehrssystems Transurbano zu Unregelmäßigkeiten. Dabei sollen mindestens 35 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 28 Millionen Euro) unterschlagen worden sein.

Vergewaltigungen im Südsudan

Die britische Hilfsorganisation wird seit Tagen von einem Skandal um Sexorgien mit Prostituierten in Haiti und im Tschad erschüttert. Zudem sollen Mitarbeiter Nothilfe nur gegen sexuelle Gefälligkeiten geleistet haben. Im Südsudan soll es Fälle von Vergewaltigungen und versuchten Vergewaltigungen gegeben haben. Außerdem gibt es Vorwürfe sexueller Belästigung in großem Umfang in Oxfam-Shops in Großbritannien. Am Montag war die Vizechefin von Oxfam Großbritannien, Penny Lawrence, zurückgetreten.

Unterdessen drohte die Europäische Kommission damit, ihre Mittel für die Hilfsorganisation zu streichen. Man erwarte, dass die Anschuldigungen so schnell und transparent wie möglich aufgearbeitet werden, sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde. Falls ein Partner den "hohen ethischen Standards" der EU nicht genüge, sei man dazu bereit, die Unterstützung zu beenden. Ihren Angaben zufolge habe Oxfam allein für den Erdbebeneinsatz in Haiti 2011 1,7 Millionen Euro von der Europäischen Kommission bekommen.

Inzwischen zog die erste Prominente Konsequenzen aus den Vorwürfen: Die britische Schauspielerin Minnie Driver trat als Botschafterin von Oxfam zurück.

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Artikel OÖN 15. Februar 2018 - 00:04 Uhr
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