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Kaliforniens Großbrände weiterhin außer Kontrolle

PARADISE. Bei zwei Großbränden in Kalifornien ist die Lage weiter dramatisch. Im Norden des US-Bundesstaats stieg die Zahl der Toten mit dem Fund sechs weiterer Leichen beim sogenannten "Camp"-Feuer im Butte County laut Sheriff auf 48.

Die Feuerwehrleute kämpfen unermüdlich gegen die Flammen. Bild: JOSH EDELSON (AFP)

Dies sind mehr Todesopfer als je zuvor bei einem Feuer in dem Bundesstaat seit Beginn der Aufzeichnungen. Vom Ort Paradise blieben nur qualmende Ruinen übrig.

Im Süden Kaliforniens bei Malibu nordwestlich von Los Angeles wütete das "Woolsey"-Feuer weiter. Beide Brände, die bereits Hunderte Quadratkilometer Wald und Tausende Häuser zerstört haben, sind bisher nur zu etwas mehr als einem Drittel eingedämmt.

Die "Woolsey"-Flammen fressen sich weiter durch die pittoreske hügelige Gegend rund um den Promi-Wohnort Malibu. Im Süden beläuft sich die Todeszahl bisher auf zwei, Tausende Bewohner der Gegend mussten sich jedoch in Sicherheit bringen und ihre Heime zurücklassen.

Auch die Villen mehrerer in und um Malibu ansässiger Stars brannten ab - darunter die Häuser von Popstar Miley Cyrus und ihrem Lebensgefährten Liam Hemsworth sowie von Schauspieler Gerard Butler und Moderator Thomas Gottschalk. Der US-Rapper Kanye West und seine Frau Kim Kardashian hatten Medienberichten zufolge ihr Anwesen in Hidden Hills mit privaten Feuerwehrleuten vor dem Brand schützen können und damit wohl auch die Flammen von angrenzenden Grundstücken ferngehalten.

Stars wie Lady Gaga riefen dazu auf, die Feuerwehr oder Hilfsorganisationen in Kalifornien mit Spenden zu unterstützen. Das Paar Cyrus/Hemsworth spendete nach CNN-Angaben 500.000 US-Dollar (rund 444.000 Euro) für die Waldbrandopfer. Es sei "großartig zu sehen, wie die Gemeinschaft zusammenhält, um sich gegenseitig auf jede mögliche Weise zu helfen", schrieb Liam Hemsworth auf Twitter. "Malibu ist eine starke Gemeinde, und dieses Ereignis wird sie nur stärker machen."

Auch der in Los Angeles lebende Star-Koch Wolfgang Puck spendete nach eigenen Angaben Geld und rief zu finanzieller Unterstützung für die Feuerwehren auf. "Danke an die Helden, die diese Feuer bekämpfen", betonte der gebürtige Kärntner am Dienstag auf Instagram. Dazu postete er das Foto eines Feuerwehrmannes mit einem brennenden Wald im Hintergrund. "Wir spenden weiterhin an diese tapferen Männer und rufen euch auf, das selbe zu tun", schrieb der 69-Jährige.

Mehrere tausend Feuerwehrleute sind im Einsatz, um die Flammen im Norden und im Süden zu bekämpfen. Der Ort Paradise nördlich von Sacramento gleicht nach dem "Camp"-Inferno einer Geisterstadt. Hier wurden die 48 Leichen in verbrannten Häusern und Autos gefunden. Die Gesundheitsbehörde im Butte County rief die Bevölkerung auf, sich und besonders Kinder vor der rauchverschmutzten Luft zu schützen und drinnen zu bleiben.

Einsatzkräfte gingen davon aus, dass starke Winde und die knochentrockene Landschaft gerade im Süden die Lage verschärfen dürften. Die leicht entflammbare Vegetation, fehlender Niederschlag und eine geringe Luftfeuchtigkeit seien die "perfekten Zutaten für ein explosives dynamisches Brandwachstum", sagte Chris Anthony von der kalifornischen Brandschutzbehörde der "Los Angeles Times". Die Kalifornier sollten sich auf eine "lange und potenziell tödliche" Feuersaison einstellen. Es werde schlimmer, als es sich die Bevölkerung jemals habe vorstellen können.

US-Präsident Donald Trump sprach am Dienstag von verheerenden Bränden, wie es sie noch nicht gegeben habe. "Wir trauern um jene, die ihr Leben verloren haben", sagte er im Weißen Haus in Washington. "Wir beten für die Opfer." Trump dankte Feuerwehrleuten, Katastrophenschützern und Rettungskräften für ihren Einsatz in Kalifornien. Man werde alles Erdenkliche tun, um die Betroffenen in der Region zu schützen. "Es ist eine sehr schwierige Situation."

Am Wochenende hatte Trump mit einem Kommentar zu den Bränden in Kalifornien Empörung ausgelöst und sich viel Kritik eingehandelt. Er hatte Behörden Versäumnisse und Fehler beim Forstmanagement vorgeworfen und mit dem Entzug von Bundesmitteln gedroht - während die Einsatzkräfte gegen die Flammen kämpften und Bewohner um ihr Leben bangten.

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Artikel nachrichten.at/apa 14. November 2018 - 14:56 Uhr
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