Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Mittwoch, 27. März 2019, 03:10 Uhr

Linz: 6°C Ort wählen »
 
Mittwoch, 27. März 2019, 03:10 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Weltspiegel

Japan hängt drei Todeskandidaten

TOKIO. Japan hat erstmals seit 2010 wieder die Todesstrafe vollstreckt. Am Donnerstag seien drei verurteilte mehrfache Mörder erhängt worden, teilte das Justizministerium mit. Japan gehört neben den USA zu den einzigen führenden Industrienationen, die noch Hinrichtungen vornehmen. Gegner der Todesstrafe übten scharfe Kritik an den erneuten Vollstreckungen.

Japan hängt drei Todeskandidaten

Gehängt: Yasuaki Uwabe Bild: Kyodo

Als besonders grausam kritisieren Menschenrechtsorganisationen und ausländische Regierungen, dass den Todeskandidaten in Japan der Zeitpunkt der Vollstreckung nicht mitgeteilt wird. Die Todeskandidaten leben oft jahrelang in Einzelhaft. Erst wenige Minuten vor ihrer Hinrichtung wird den Gefangenen gesagt, dass sie jetzt sterben werden. Die dauernde Angst, dass es jeden Tag so weit sein könnte, treibt nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen viele Todeskandidaten in den Wahnsinn. Ist der Todestag gekommen, dürfen sie sich von ihren Angehörigen nicht mehr verabschieden.

Bei den Gehängten handelte es sich um Yasuaki Uwabe (48), der 1999 während eines Amoklaufs auf einem Bahnhof in Shimonoseki in der westjapanischen Provinz Yamaguchi fünf Menschen tötete. Tomoyuki Furusuwa (46) landete für den Mord an seinen Schwiegereltern und seinem Stiefsohn 2002 in Tokios Nachbarstadt Yokohama am Galgen. Yasutoshi Matsuda (44) wurde wegen des Raubmordes an zwei Barbesitzerinnen getötet.

Zuletzt hatte die ehemalige Justizministerin Keiko Chiba die Todesstrafe gegen zwei Mörder angeordnet. Chiba, die lange Zeit einer Gruppe von Todesstrafengegnern im Parlament angehörte, hatte als erste Justizministerin der Vollstreckung selbst beigewohnt. Um eine öffentliche Debatte zu bewirken, hatte sie zudem den Medien des Landes in einem bisher einmaligen Vorgang die Hinrichtungskammer zeigen lassen. Zu einer öffentlichen Debatte über die Todesstrafe ist es dennoch bis heute nicht gekommen.

Kommentare anzeigen »
Artikel 30. März 2012 - 00:04 Uhr
Mehr Weltspiegel

Nun hat das Unterhaus Theresa May das Ruder aus der Hand genommen

Britisches Parlament sucht Ausweg aus Brexit-Chaos – alle Optionen sind auf dem Tisch.

Erneut "lebenslänglich" für Autoraser in Berlin

BERLIN. Gut drei Jahre nach einem tödlichen Autorennen in der Berliner Innenstadt hat das Landgericht ...

USA entsendet erste Frau auf den Mond

WASHINGTON. Die US-Regierung will nach Angaben von Vizepräsident Mike Pence binnen fünf Jahren wieder ...

"Held" nach Schulbus-Anschlag in Italien soll Staatsbürger werden

ROM. Staatsbürgerschaft für Heldentum: Ein Bub, der vergangene Woche in der Nähe von Mailand einen ...

Kokain für 300 Millionen Euro am Schwarzmeerstrand sichergestellt

BUKAREST. Rumäniens Behörden haben fast eine Tonne Kokain sichergestellt, das Ermittler in einem ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS