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Atomunfall: Greenpeace warnt vor weltweit erhöhter Strahlenbelastung

HAMBURG/FUKUSHIMA. Die Umweltorganisation Greenpeace kritisiert die Informationspolitik Japans und des AKW-Betreibers nach der Atomkatastrophe in Fukushima. Zugleich warnt Greenpeace vor einer weltweit erhöhten Strahlenbelastung.

Atomunfall: Greenpeace warnt vor weltweit erhöhter Strahlenbelastung

Auch Kinder gedachten gestern der tausenden Todesopfer der Beben- und Tsunami-Katastrophe. Bild: epa

Der Plan des Kraftwerksbetreibers Tepco zur Bekämpfung des Unfalls in den kommenden neun Monaten beruhe auf unbekannten Grundlagen, sagte Greenpeace-Experte Christoph von Lieven. „Was Tepco hier sagt, ist einfach unseriös.“

„Wir sind uns nicht sicher, ob wir damit nicht noch Jahre zu tun haben. Und das ist ein weltweites Problem. Wir werden weltweit eine erhöhte Strahlenbelastung haben“, sagte der Umweltschützer. Die sogenannte Hintergrundstrahlung werde weltweit steigen.

Die Informationspolitik der Behörden sei „katastrophal“ und setze die Menschen einem „hohen Risiko“ aus, sagte Thomas Breuer, Leiter des Atom- und Energiebereichs bei Greenpeace Deutschland, gestern nach seiner Rückkehr aus Japan. Im Zentrum der Stadt Fukushima, 60 Kilometer vom Atomkraftwerk entfernt, maß Greenpeace im Schnitt Strahlenwerte von drei Mikrosievert pro Stunde. Das bedeutet, dass ein Mensch in zwei Wochen die zulässige Jahresdosis abbekommt. In den am stärksten verstrahlten Orten seien Werte von fast 50 Mikrosievert je Stunde erreicht worden. Dort werde die Jahresdosis in rund zwei Tagen erreicht.

Anders als 1986 rund um Tschernobyl gebe es bei Fuku-shima keine Kontrollen des Verkehrs, kritisierte Breuer. Obwohl mitten durch das Gebiet eine stark befahrene Fernroute führe, gebe es keine Radioaktivitätsmessungen an den Fahrzeugen. Auch die Bauern würden mit dem Strahlenproblem alleingelassen. Sie erhielten keine Informationen darüber, was sie mit ihren Feldfrüchten machen und wie sie mit dem kontaminierten Land in Zukunft umgehen sollen.

Japans Regierung erwägt derzeit lediglich, die Evakuierungszone über 20 Kilometer hinaus partiell auszuweiten. In den von radioaktivem Fallout betroffenen Regionen, die außerhalb des Evakuierungsradius von 20 Kilometern liegen, seien nicht einmal einfachste Schutzmaßnahmen wie die Sperrung von Kinderspielplätzen oder Parks getroffen worden, kritisierte Breuer.

Auch die Bevölkerung ist mit dem Krisenmanagement unzufrieden: Die Mehrheit der Japaner stellte Ministerpräsident Naoto Kan ein miserables Zeugnis aus. Nahezu 70 Prozent sprachen sich in einer gestern veröffentlichten Umfrage für einen Wechsel an der Spitze der Regierung aus.

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Artikel 19. April 2011 - 00:04 Uhr
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