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Mobbing geht um die Welt

Was bisher innerhalb einer Schulklasse blieb, bekommt durch Internet und Handy ganz neue Dimensionen. Immer mehr Schüler sind Opfer von Cybermobbing. Die Täter sind entweder naiv, weil sie nicht wissen, welche Tragweite das hat, oder schlicht böswillig.

Facebook

Bild: Colourbox

„Früher haben sich die Kinder via SMS oder am Telefon beschimpft, jetzt tun sie es in Facebook. Da bekommen diese Beschimpfungen viel mehr Personen mit, es verbreitet sich viel schneller“, sagt Regina Weinert, Lehrerin an der Hauptschule Vorchdorf. In ihrer zweiten Klasse sind drei von sechs Mädchen und vier von acht Burschen bei Facebook angemeldet. Einige haben auch schon Erfahrungen mit Cybermobbing. „Mobbing im Internet ist sehr stark verbreitet. Ich war auch schon Opfer und habe denjenigen von meiner Facebook-Freundesliste gelöscht“, sagt etwa Pascal Stöcklegger von der zweiten Klasse der HS Vorchdorf.

„Cybermobbing ist fast immer ein Teil von anderen Mobbingformen“, sagt Rupert Herzog, Leiter der Mobbinginterventionsstelle der Kinder- und Jugendanwaltschaft in Oberösterreich. Laut Studie seien drei Prozent der Mädchen und acht Prozent der Burschen schon Täter gewesen, sieben Prozent der Jugendlichen waren bereits Opfer. Cybermobbing finde häufig in sozialen Netzwerken wie Facebook statt. „Dabei wird im Namen eines anderen eine Seite eingerichtet, manipulierte Fotos daraufgestellt und Beschimpfungen hineingeschrieben.“

Im Internet bekommt Mobbing eine ganz neue Qualität. „Mit den Demütigungen richtet man sich an ein Millionenpublikum, und es lässt sich nicht mehr rückgängig machen, weil man auch nach dem Löschen der Inhalte nicht weiß, wer es bereits gelesen oder heruntergeladen hat“, sagt Herzog. „Die Gefällt-mir-Funktion bei Facebook hilft zudem, dass sich mehr ans Mobbing anhängen als im realen Leben“, sagt Lehrerin Weinert.

Naive und Böswillige

Wer macht so etwas überhaupt? Auf diese Frage nennt Rupert Herzog zwei Tätertypen. „Da gibt es die Naiven, die sich nicht viel dabei denken. Es macht ihnen einfach Spaß und sie bekommen von anderen Anerkennung, wenn sie Mitschüler demütigen. Andere agieren böswillig, wollen einen Mitschüler schädigen, und wissen genau, was sie tun.“

„Erst wenn die Täter 14 Jahre alt sind, sind sie auch strafmündig. Es gibt zwar keinen Mobbing-Paragrafen, man kann aber wegen übler Nachrede, Verleumdung, gefährlicher Bedrohung und ähnlichen Tatbeständen belangen“, sagt Mobbing-Experte Herzog. Der Vorteil dabei: Es gibt immer schriftliche Unterlagen, und die Täter sind leicht ausfindig zu machen. „Mobbing bedeutet Erhöhung durch Erniedrigung, das bedeutet, dass die Täter bekannt sein möchten.“

Ein weiterer Gesetzesentwurf soll demnächst beschlossen werden. „Dabei geht es um die Veröffentlichung von Bildern ohne Einverständnis der Betroffenen und mit der Absicht, jemanden bloßzustellen“, sagt Herzog, der aus seiner Arbeit weiß: Meist genügt die Ankündigung eines Rechtsanwaltes und die Seiten werden gelöscht.

Er rät allen Mobbingopfern, sich mit einer Vertrauensperson, Eltern oder Lehrer, in Verbindung zu setzen und die Vorgangsweise zu besprechen. So wie das auch Nathalie Weber von der zweiten Klasse der HS Vorchdorf getan hat: „Ich konnte mit der betreffenden Person im Beisein meiner Eltern und meiner Lehrerin ein Gespräch führen.“

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Artikel Von Claudia Riedler und Ulrike Rubasch 12. Mai 2010 - 00:04 Uhr
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