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Fr 26.11. | 21:15 - 21:55 | BR alpha
alpha-retro: Fischfänger (1976)
Lucien ist Fischfänger. Er hat Port-en-Bessin an der Küste der Normandie einen eigenen Kutter. In all den Jahrzehnten, die er zusammen mit seiner Mannschaft raus auf die Nordsee fährt, hat er nur ein einziges Mal Urlaub gemacht - für zehn Tage. Schon damals mussten Fischer wie Lucien um ihr Überleben kämpfen, denn der Erlös der Ladung an Fischen bei der Auktion ist gelegentlich so niedrig, dass die Einnahmen noch nicht einmal die Unkosten decken. Sein Schiff ist zu klein, die schwimmenden Fisch-Industriebetriebe mit Sonaranlagen etc. fangen ihm alles weg. Aber so richtig leidend wirkt Lucien nicht. Er und sein Schwager, ein Spengler, haben nämlich eine gemeinsame Leidenschaft: das gute Essen. Und die beiden können kochen, und zwar wirklich gut, wie uns dieser Film von Christian Rischert glaubhaft vermittelt. Der Schlaf- und Essraum auf Luciens Kutter ist voll mit dem Gestank und dem Lärm der Dieselmotoren. Aber die in Butter gebratenen frisch gefangenen Rotbarben, die Lucien für sich und seine Mitarbeiter hier zubereitet, sind laut Rischert eine Delikatesse, die man noch nicht einmal in einem Sternelokal ähnlich gut bekommen könnte. Der Film macht aus heutiger Sicht ein bisschen wehmütig, denn irgendwie hat das auch ein bisschen was von "Der Letzte seines Standes". Solche Fischer mit eigenem kleinem Kutter dürfte es heute in der Normandie nicht mehr geben.
Dokumentation, D 1976
Dauer: 40 min.
Kategorie: Dokumentation