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So 2.08. | 17:30 - 17:59 | ARD
Letzte Chance Eizellspende
Der lange Weg zum Wunschkind
Mit Anfang 20 muss Henrike an den Eierstöcken operiert werden. Erst Jahre später erfährt sie, dass sie keine eigenen Eizellen mehr produzieren kann. Eine Kinderwunschklinik in Madrid ist ihre letzte Hoffnung. Dort soll ihr eine gespendete Eizelle eingesetzt werden, die mit dem Sperma ihres Partners befruchtet wurde. Wenige Tage vor dem Eingriff treffen wir das Paar zum ersten Mal. "Wir wünschen uns, dass wir uns beide in dem Kind wiederfinden und dass es möglichst viel von uns hat", sagt die 39-Jährige. Europaweit zählt Deutschland zu den restriktiven Ländern in Sachen Kinderwunschbehandlung. Frauen, die Eizellen einer anderen Frau benötigen, um schwanger zu werden, stehen vor einem Problem. Denn das Embryonenschutzgesetz verbietet das. Ganz anders ist die Situation in den meisten europäischen Nachbarländern. In Spanien, Dänemark oder Tschechien ist die Eizellspende erlaubt. Diese medizinische Möglichkeit wollen auch Henrike und Roland nutzen. Vom Verbot in Deutschland lassen sie sich nicht abschrecken: "Wir lassen uns vom Staat, von der Gesetzgebung und letzten Endes von der Politik nicht vorschreiben, ob wir ein Kind haben dürfen oder nicht." Der Film "Letzte Chance Eizellspende" zeigt Frauen, die sich trauen, über ihre eigene Unfruchtbarkeit zu sprechen und sich auf ihrem Weg zum Wunschkind begleiten lassen. Der Film thematisiert dabei den übermächtigen Kinderwunsch genauso wie die Schattenseiten des Babytourismus. Was bedeutet es zum Beispiel für Frauen in Spanien und Dänemark, wenn sie ihre Eizellen an Frauen aus Deutschland spenden? Der Film will eine überfällige Debatte anstoßen: Muss Deutschland sein strenges Embryonenschutzgesetz überdenken? Ist es gerecht, dass die Samenspende erlaubt, die Eizellspende dagegen verboten ist? Und ist dieses Verbot noch zeitgemäß? Denn eine abschreckende Wirkung hat es kaum. Im Gegenteil: Immer mehr Betroffene fühlen sich gezwungen, für ihren Kinderwunsch ins Ausland zu gehen.
Magazin, D 2020
Regie: Norbert Lübbers
Buch: Norbert Lübbers
Moderator: (Leo Bigger)
Dauer: 29 min.
Kategorie: Magazin