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Do 14.10. | 05:55 - 06:20 | arte
Zahlen schreiben Geschichte
24. September 622, die Geburt des Islam
Am 24. September 622 folgt Mohammed seinen Anhängern, die aus Mekka nach Medina geflohen sind. Für den Islam ist dies ein wichtiges Datum. Die Wanderung - auf Arabisch "Hidschra" genannt - stellt einen Bruch in der Chronologie der Zeit dar und markiert den Beginn der islamischen Zeitrechnung. Von nun an beten die Gläubigen nicht mehr in Richtung Jerusalem, der Stadt der monotheistischen Religionen, die den Islam inspiriert haben, sondern zum neuen heiligen Ort Mekka hin. Die Abwendung von Jerusalem ist aber nicht nur ein religiöses, sondern vor allem ein militärisches und politisches Ereignis. Die Geschichte dieses epochemachenden Datums zu erzählen setzt voraus, die Religion in ihrer Geschichtlichkeit zu betrachten. Stellt man die Hidschra in den Zusammenhang der großen territorialen Fragen, die sich im 6. und 7. Jahrhundert auf der Arabischen Halbinsel stellen, erscheint sie als prägendes politisches Ereignis an der Schwelle von der Antike zum Mittelalter. Ab dem Jahr 1 verbreitet sich Mohammeds Islam von Medina aus durch militärische Siege und politische Bündnisse. Im Jahr 10, dem Todesjahr des Propheten, ist bereits die Hälfte der Arabischen Halbinsel unterworfen. Die Muslime erobern Ägypten und geben ihm im Jahr 21 eine neue Hauptstadt: Fustat, das spätere Kairo. Anschließend nehmen sie Jerusalem ein, gefolgt von Damaskus, Isfahan und Kairouan. Die Verwaltung datiert ihre Papyri ab dem Jahr 22 nach dem Hidschra-Kalender. Und im Jahr 40 hat sich der Islam bereits über ein riesiges Gebiet ausgebreitet. Ende des 1. Jahrhunderts hat das gesamte Reich den Kalender der neuen Religion übernommen.
Dokumentationsreihe, F 2017
Regie: (Pascal Goblot)
Dauer: 25 min.
Kategorie: Dokumentationsreihe